Audi A1

Audi konnte beim Europaabsatz deutliche Zuwächse verzeichnen. - Bild: Audi

Im März verkauften die Autohäuser in den 27 Staaten der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz mit 1,6 Million Neuwagen 4,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Euroopäischen Autohersteller (ACEA) am Dienstag in Brüssel mitteilte. Allerdings hatten staatliche Förderungen im Vorjahr für einen Euroopaweiten Ansturm auf die Autohäuser gesorgt.

Dass das Minus nicht noch größer ausfiel, lag unter anderem am Zuwachs auf dem größten Automarkt Deutschland. Zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen verkauften die Händler 11 Prozent mehr Autos als im schwachen März des Vorjahres. Auch in Frankreich wurden nach einem verhaltenen Jahresstart im vergangenen Monat nach Angaben des Automobilverbandes 6 Prozent mehr Neuwagen verkauft als ein Jahr zuvor.

Einen großen Bogen um die Autohäuser machten dagegen weiter die Kunden in Italien, wo 28 Prozent weniger Autos übergeben wurden. Auch in Großbritannien und Spanien brachen die Neuzulassungszahlen um 8 Prozent beziehungsweise 29 Prozent ein.

VW stabil, Renault bricht ein

Doch selbst unter den Massenhersteller mussten nicht alle Federn lassen. Volkswagen brachte den Angaben zufolge 4 Prozent mehr Golf, Audi, Seat und Co an die Kunden. Opel und die Schwestermarke Vauxhall schnitt genauso ab wie im Vorjahresmonat. Toyota verkaufte nach der Qualitätsdebatte und Lieferproblemen durch die Katastrophe in Japan gut ein Prozent mehr Autos. Die französische Renault büßte dagegen mehr als 14 Prozent ein. Rivale PSA verkaufte demnach 7 Prozent weniger Peugeot und Citroen. Ford büßte 16 Prozent ein, Fiat ein Fünftel, Honda 14 Prozent und der VW-Partner Suzuki ein Zehntel.

Licht und Schatten gab es auch bei den Luxusherstellern: BMW verkaufte nach ACEA-Angaben gut 7 Prozent mehr BMW und Mini. Noch etwas kräftiger legte Audi in Europa zu. Daimler verkaufte europaweit dagegen gut zwei Prozent weniger Mercedes-Benz und Smart. Deutlich zulegen konnten dagegen Nissan und Mitsubishi mit rund einem Drittel mehr verkauften Autos.

Schwellenländer legen zu

Während die Kunden in Euroopa nur zaghaft in die Autohäuser zurückkehrten, lief es andernorts erfreulicher. In Russland, wo der Markt in der Krise regelrecht erodiert war, wurden im März gut drei Viertel mehr Autos verkauft als im Vorjahresmonat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin erklärte. Seit März vergangenen Jahres hat die Abwrackprämie die Verkäufe wieder deutlich steigen lassen.

In China zogen die Verkaufszahlen erwartungsgemäß weniger stark an als im Vorjahr, teilte der VDA weiter mit. Ende vergangenen Jahres hatten viele Kunden beim Autokauf noch schnell zugeschlagen, bevor der staatliche Zuschuss und der Steuervorteil ausliefen. In Indien habe sich der Wachstumskurs mit einem Plus von knapp einem Viertel fast ungebremst fortgesetzt. In den USA seien trotz des gebremsten Wirtschaftsaufschwungs knapp 17 Prozent mehr Autos und vor allem Pick-Ups verkauft worden. In Brasilien seien die Verkäufe dagegen um 14 Prozent im Vergleich zum starken März 2010 gesunken. In Japan brach die Pkw-Nachfrage aufgrund des schweren Erdbebens und der darauffolgenden nuklearen Bedrohung im März um 37 Prozent ein.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke