Martin Winterkorn breit

Um das Renditeziel zu erreichen seien harte Sparmaßnahmen notwendig, so Volkswagen-Boss Martin Winterkorn. Bild: VW

“Wir müssen in den Jahren 2014, 2015, 2016 finanziell auf Zielkurs kommen. Denn ohne entsprechende finanzielle Basis wird und muss jede Strategie scheitern”, sagte Winterkorn am Montagabend dem Top-Management. Es gehe um Einsparungen, die “auch schmerzhaft sind”, wie Winterkorn ankündigte. Damit will der Autobauer die angepeilte Zielrendite von mindestens sechs Prozent bis zum Jahr 2018 schaffen. Die Zitate und Angaben gehen aus einem Rundschreiben an VW-Führungskräfte hervor, das der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag vorlag. Zuerst hatte das Hamburger Magazin “Bilanz” über das Sparziel berichtet, das Winterkorn für das Jahr 2017 auf fünf Milliarden Euro taxierte. Ein VW-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Der Vorstandschef nannte als Beispiel für Kostentreiber die seit 2010 um 80 Prozent gestiegenen Entwicklungskosten für neue Modelle. Winterkorn macht auch vor bisherigen Tabus kein Halt, so sollen die unternehmenseigenen Komponentenwerke sich von Bereichen verabschieden, die Lieferanten profitabler fertigen können. Und der Techniker Winterkorn fragt selbstkritisch: “Haben wir dafür die richtigen Produkte zum richtigen Zeitpunkt? Oder realisieren wir Manches eher, weil es machbar ist und begeistert? Und nicht so sehr, weil es sich gut verkauft oder uns beim Ergebnis voranbringt?”

Nicht alle Probleme sind hausgemacht: Negative Währungseffekte, wirtschaftliche Schwächen in den Schwellenländer, hohe Investitionen in die Reduzierung von Emissionen und ein immer härterer Wettbewerb schmälern die Rendite ebenso wie unrentable Modelle, explizit nannte Winterkorn das schrumpfende Cabrio-Segment. Zum Vergleich: Volkswagens Kernrivale Toyota erreichte im abgelaufen Geschäftsjahr im Autobereich eine Rendite von 8,5 Prozent, während VW jenseits der getrennt bilanzierten China-Aktivitäten nur 2,9 Prozent erwirtschaftete.

Die Marke steht zwar für knapp die Hälfte des jährlichen Konzernumsatzes von zuletzt 197 Milliarden Euro, trägt aber wenig zum Gewinn bei. Profitbringer sind die Luxustöchter Audi und Porsche. Ein Grund: Der Produktivitätszuwachs der Marke VW bleibt hinter den steigenden Arbeitskosten zurück. “Seien wir ehrlich: Wir haben in der Produktivität gegenüber den Kernwettbewerbern unverändert erheblichen Nachholbedarf”, mahnte Winterkorn seine Manager.

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dpa-AFX/Bilanz-Magazin/gp