VW Wolfsburg: Montage des Golf

Montage des Golf im Volkswagen-Werk Wolfsburg. VW soll nach dem Willen von Martin Winterkorn ab 2017 jährlich fünf Milliarden Euro einsparen, ohne das Produktionsvolumen in Deutschland zu senken. Bild: Volkswagen

Ziel sei, das aktuelle Produktionsvolumen in Deutschland “mindestens zu halten”, sagte Winterkorn der “Braunschweiger Zeitung” (Mittwochausgabe). “Wir dürfen unsere Industrie nicht leichtfertig aufgeben, sondern müssen dafür sorgen, dass sie weiterhin wirtschaftlich und wettbewerbsfähig ist und den Menschen Nutzen bringt”, betonte er. Gleichzeitig setzt er auf Einsparungen, um die Rendite der Kernmarke deutlich zu steigern.

Der bisherige Kurs von VW-Pkw gefährde die Renditevorgabe aus der Konzernstrategie, mit der die Wolfsburger bis 2018 Weltmarktführer werden wollen, hatte der Konzernchef am Montagabend vor VW-Führungskräften in Wolfsburg gesagt. “Seien wir ehrlich: Wir haben in der Produktivität gegenüber den Kernwettbewerbern unverändert erheblichen Nachholbedarf.” Winterkorn taxierte das schrittweise zu erreichende Sparziel auf jährlich fünf Milliarden Euro von 2017 an. Ein VW-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu den Angaben äußern.

Gegenwind kam vom Konzernbetriebsrat: Die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat würden Fahrzeugprojekten nur noch zustimmen, wenn sie mehr Rendite schafften als die Vorgängermodelle. “Alles andere wird es nicht mehr geben, weil das Spielereien auf dem Rücken der Beschäftigten sind”, schrieb VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh in der internen VW-Mitarbeiterzeitung. Bei der Erweiterung neuer Werke – etwa für neue Modelle – oder beim Fabrikneubau hat die Arbeitnehmerseite Vetorechte.

Es gehe um “Zukunftssicherung für unsere Marke und für die nächsten Generationen bei Volkswagen”, sagte Winterkorn und beklagte: “Heute ist die Ertragskraft unserer Marke noch zu gering.” VW-Pkw soll 2018 – ohne das getrennt bilanzierte China-Geschäft – vor Zinsen und Steuern sechs Prozent vom Umsatz einfahren. 2013 kamen nur 2,9 Prozent zusammen. “Deshalb gilt es jetzt Maßnahmen zu ergreifen, die deutlich, wirksam und auch schmerzhaft sind”, sagte er. So gelte es etwa, zu hinterfragen, welche Arbeiten künftig Zulieferer übernehmen könnten.

VW-Pkw ist federführend bei der Umsetzung des Baukastensystems MQB und muss einen Großteil der Kosten schultern – profitieren soll aber der Gesamtkonzern. “Die durchgängige Umsetzung dieses großen Projekts in Entwicklung, Beschaffung, Werken und allen anderen Bereichen ist ein echter Kraftakt”, sagte Winterkorn. Ende 2016 will VW die MQB-Technologie laut älteren Angaben in mehr als 20 Werken ausgerollt haben. Der “Braunschweiger Zeitung” sagte Winterkorn, die modulare Produktion in der Nutzfahrzeugsparte werde noch in diesem Jahrzehnt eingeführt werden.

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dpa-AFX/ks