Laut einer Studie von OliverWyman steht der klassische Autovertrieb vor einem fundamentalen Umbruch.

Laut einer Studie von OliverWyman steht der klassische Autovertrieb vor einem fundamentalen Umbruch. Neu Konzepte (im Bild ein Pop-up Store von Tesla) und neue Player bestimmen das Geschehen . Bild: Tesla

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman wird der Umsatz- und Gewinntreiber des Automobilvertriebs nicht mehr der Verkauf von Autos sein, sondern ganzheitliche Mobilitätslösungen. Auch After Sales und die Finanzdienstleistungen verlieren an Bedeutung. Das rufe neue Player auf den Plan.

Bis zum Jahr 2035 werden weite Teile der neuen Umsatz- und Ertragsquellen an Wettbewerber wie Google, Uber, Baidu oder Intermediäre wie Auxmoney und Beepi zu verlieren, sollten die Automobilhersteller sich nicht auf den Wandle einstellen. Das ist ein Fazit der aktuellen Oliver Wyman-Studie „Systemprofit 2035: Strukturwandel Automobilindustrie“. Noch habe die Branche laut Meinung der Autoren Zeit, da der fundamentale Strukturwandel erst nach 2025 voll eintrete, heißt es.

Darum empfehlen die Experten den Automobilhersteller bereits heute, mit strategisch gezielten Investitionen die Weichen für den Vertrieb der Zukunft zu stellen. Wer zögere, laufe Gefahr, aus denen entsprechende Handlungsfelder abgeleitet werden. “Nur wer heute gezielt und entschlossen handlelt, wird zu den Gewinnern gehören“, stellt Matthias Bentenrieder, Partner bei Oliver Wyman und Experte für Mobilitätsdienstleistungen, fest.

Im Jahr 2014 belief sich laut Oliver-Wyman-Angaben der Gesamtumsatz des weltweiten Automobilvertriebs auf rund 3,3 Billionen Euro. „Mit zusammen gut 2,5 Billionen Euro und einem Anteil von circa 76 Prozent steuerten Neu- und Gebrauchtwagenverkauf den Löwenanteil bei. Beim Systemprofit von insgesamt 273 Milliarden Euro waren allerdings das After-Sales-Geschäft und Finanzdienstleistungen mit zusammen 217 Milliarden Euro und einem Anteil von über 79 Prozent Hauptgewinnbringer“, schreiben die Experten in der Studie. „Demgegenüber kamen Neu- und Gebrauchtwagenverkauf mit insgesamt 23 Milliarden Euro nur auf knapp 8 Prozent. Systemprofit beschreibt dabei den Gewinn des Markensystems der Hersteller beziehungsweise freier Anbieter über alle Segmente und Vertriebsstufen des Automobilvertriebs.

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Christiane Habrich-Böcker