Audi-Logo auf weißem Fahrzeug.

Im Gerichtsprozess um manipulierte Dieselmotoren bei Audi rücken drei ehemalige Führungskräfte in den Fokus.

„Bisher ging es nur um Daten und technische Applikationen", sagte Gerichtssprecher Florian Gliwitzky. Der ehemalige Audi-Motorenchef und spätere Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz sowie zwei leitende Audi-Ingenieure sollen ab 2008 mehr als 400-000 Dieselmotoren so manipuliert haben, dass sie Abgastests bestehen, auf der Straße aber mehr Stickoxide ausstoßen. Die beiden Ingenieure haben zumindest weitgehend gestanden, sehen sich aber eher als Befehlsempfänger. Hatz weist jede Beteiligung an Software-Tricksereien zurück. Das sei nach seiner Zeit bei Audi geschehen.

Überraschungen seien von den Technikern im Zeugenstand kaum zu erwarten: Sie schilderten ihre Arbeit. „Sie hatten ja schon im Ermittlungsverfahren ausgesagt", sagte Gliwitzky.

Die Beweisaufnahme sei zäh, langwierig, „mühevollste Kleinarbeit", heißt es von Seiten der Verteidiger. Viele Zeugen könnten sich gar nicht mehr ausreichend genau an Vorgänge aus den Jahren ab 2008 erinnern. Hunderte Dokumente und Protokolle müssen die Prozessbeteiligten lesen, auch die Schöffen.

Neues Gutachten soll Klarheit schaffen

Wer hat wann genau welche Programme entwickelt? Mehr Licht ins Dunkel könnte noch vor der Sommerpause im August ein gerichtlich bestellter Gutachter bringen, so die Hoffnung.

Stadler war vor drei Jahren, im Juni 2018, noch als Vorstandschef wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet worden, saß vier Monate lang in U-Haft und sitzt nun seit neun Monaten immer dienstags und mittwochs im Gerichtssaal im Kellerschoss der JVA München-Stadelheim. Kontakte zu ehemaligen Kollegen und Mitarbeitern bleiben dem 58-Jährigen verboten.

Stadler soll zwar erst nach Aufdeckung des Skandals durch die US-Umweltbehörde im Herbst 2015 von den Abgastricksereien erfahren, aber Produktion und Verkauf manipulierter Autos in Europa erst viel später gestoppt haben.

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