ZF-Chef Stefan Sommer

ZF-Chef Stefan Sommer: Ein plötzlicher Schwenk zur Elektromobilität hätte für den mit Getrieben groß gewordenen Zulieferer dramatische Auswirkungen. Bild: ZF

"Unter Trump ist anzunehmen, dass die USA zunächst mal aus der Automobilsicht ein relativ konservativer Markt bleiben", sagte der Chef des Zulieferers, Stefan Sommer, mit Blick auf einen möglichen weltweiten Schwenk zur E-Mobilität am Dienstagabend (6. Dezember) in Stuttgart vor Journalisten.

"Europa ist für uns die größte Unsicherheit im Bereich der Emissionsgesetzgebung", meinte Sommer. Denn unklar sei, ob die Regulierung auf europäischer Ebene stattfinde oder in die großen Stadtzentren delegiert werde. Wenn Paris mit seinem Diesel-Verbot ernst mache, werde das den Dieselverkauf in ganz Frankreich bremsen. "Kein Franzose kauft ein Auto, mit dem er nicht nach Paris fahren kann." Trotzdem würden die Verbraucher den endgültigen Schwenk zur Elektromobilität nicht auslösen. "Das sind regulatorische Eingriffe", so Sommer. Entsprechend sei China mit der klaren Position der Regierung hin zu Elektromobilität deutlich verlässlicher: Das Land könne man "viel besser einschätzen".

Din plötzlicher Schwenk zur Elektromobilität hätte für den mit Getrieben groß gewordenen Zulieferer dramatische Auswirkungen. Denn Elektroautos brauchen kein Getriebe - damit würden Kernprodukte von ZF ersetzt. Würde der Schalter vom Verbrennungsmotor auf Elektroautos von heute auf morgen umgelegt, fielen nach den Worten Sommers bei ZF und Hunderten Zulieferern weltweit mehr als 100.000 Arbeitsplätze weg. "Das ist eine große Herausforderung", sagte Sommer. "Wir sehen das aber nicht als Bedrohung." Denn der Weg dahin sei noch lang.

ZF werde noch weiter in konventionelle Getriebe investieren müssen, da es Verbrennungsmotoren noch mindestens ein bis anderthalb Dekaden geben werde und Effizienzsteigerung in dem Bereich sehr gefragt seien. In den nächsten fünf bis zehn Jahren seien eher positive Impulse für die Beschäftigung zu erwarten. Zuletzt hatte ZF weltweit rund 135.000 Mitarbeiter.

Gleichzeitig sei es für einen Zulieferer schwierig zu steuern, weil es bei den Automobilherstellern keine einheitliche Linie hin zur Elektromobilität gebe. ZF selbst investiere allerdings schon seit mehr als zehn Jahren in Elektroantriebe für Nutzfahrzeuge. "Wir bauen heute schon viele Elektromotoren für Plug-In-Hybride", sagte Sommer. "Wir sind im Moment in der Serienfertigung damit beschäftigt, auch reine batterieelektrische Antriebe zu machen." ZF will besonders hochwertige Elektromotoren selbst bauen und den Herstellern anbieten. "Wir sehen, dass die Auslegung eines elektrischen Antriebstranges alles andere als einfach ist", so Sommer.

ZF-Projekt X2Safe: Vernetzt um die Ecke blicken

  • Bei ZF X2Safe warnt die App via Handy vor der herannahenden Gefahr und weist auch auf die Richtung hin. Bild: press-inform / ZF

    Bei ZF X2Safe warnt die App via Handy vor der herannahenden Gefahr und weist auch auf die Richtung hin. Bild: press-inform / ZF

  • Auch im Auto gibt es eine Warnung. Bild: press-inform / ZF

    Auch im Auto gibt es eine Warnung. Bild: press-inform / ZF

  • Via Cloud erreicht das Warnsignal innerhalb eines Wimpernschlags die beiden Verkehrsteilnehmer. Bild: press-inform / ZF

    Via Cloud erreicht das Warnsignal innerhalb eines Wimpernschlags die beiden Verkehrsteilnehmer. Bild: press-inform / ZF

  • ZF ZF X2Safe kann quasi "um die Ecke" blicken. Bild: press-inform / ZF

    ZF ZF X2Safe kann quasi "um die Ecke" blicken. Bild: press-inform / ZF

  • Auch Fahrradfahrer sind geschützt. Bild: press-inform / ZF

    Auch Fahrradfahrer sind geschützt. Bild: press-inform / ZF

  • ZF ZF X2Safe kann in einem halben Jahr serienreif sein. Bild: press-inform / ZF

    ZF ZF X2Safe kann in einem halben Jahr serienreif sein. Bild: press-inform / ZF

  • Die Warnungen erfolgen auf den Geräten der Smart Match via Akustik, Vibration und Anzeige. Bild: press-inform / ZF

    Die Warnungen erfolgen auf den Geräten der Smart Match via Akustik, Vibration und Anzeige. Bild: press-inform / ZF

  • Rund 50 Prozent der Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahren könnten verhindert werden. Bild: press-inform / ZF

    Rund 50 Prozent der Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahren könnten verhindert werden. Bild: press-inform / ZF

  • In späteren Versionen könnte ZF X2Safe auch eine Notbremsung einleiten. Bild: press-inform / ZF

    In späteren Versionen könnte ZF X2Safe auch eine Notbremsung einleiten. Bild: press-inform / ZF