Zentrale von ZF in Friedrichshafen

Der Mega-Deal zwischen ZF und TRW steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Bild: ZF

ZF könnte die Übernahme von TRW den Informationen zufolge ebenfalls in der nächsten Woche offiziell verkünden. Die Transaktion werde 10 Milliarden US-Dollar schwer sein, sagten die Insider dem Wall Street Journal weiter. Es ist unklar, wie viel Geld ZF mit dem Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen mit Bosch erlösen will.

ZF ist schon jetzt einer der weltweit größten Autozulieferer. Wegen der geplanten Übernahme von TRW kamen deshalb schnell Bedenken auf. Sowohl ZF als auch TRW stellen beide Lenksysteme her, kartellrechtliche Belange schienen damit also sehr wahrscheinlich. ZF wollte sich deshalb von seinem Anteil am Gemeinschaftsunternehmen ZF Lenksysteme trennen, berichteten Informanten. Das Joint Venture erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 4 Milliarden Euro.

Als Autoteilehersteller steht ZF nach Umsatz auf Rang Neun der weltgrößten Unternehmen. Mit der TRW-Übernahme würden sich die Deutschen in Richtung der Marktführerschaft katapultieren. Zusammen kommen beide Unternehmen auf Einnahmen von 31 Milliarden Euro. ZF bemüht sich seit Monaten um die Übernahme, die das fusionierte Unternehmen – gemessen am Volumen der abgesetzten Autoteile – auf Augenhöhe mit Bosch und der japanischen Denso bringen würde.

Die Amerikaner stellen viele Produkte im Bereich der Sicherheitstechnik her, wie beispielsweise Airbags, allerdings auch für den Zukunftsmarkt des vernetzten und autonomen Fahrens. Der Stiftungskonzern ZF Friedrichshafen stellt hingegen in weiten Teilen Getriebe, Achsen und Lenkungen her und möchte sich für die Zukunft offenbar breiter aufstellen. Laut Analysten wäre das Unternehmen so besser gerüstet für die Trends, Autos zunehmend autonom fahren und sparsam mit dem Sprit umgehen zu lassen.

gp / Quelle: Dow Jones Newswires