Hans-Georg Härter hat allen Grund zur Freude: ZF Friedrichshafen erwartet für 2010 einen

Hans-Georg Härter hat allen Grund zur Freude: ZF Friedrichshafen erwartet für 2010 einen Umsatzrekord. (Bild: ZF)

Schöne Bescherung: Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat die Krise abgehakt und wird 2010 einen neuen Umsatzrekord aufstellen. Die Einnahmen werden im laufenden Jahr voraussichtlich bei rund 12,9 Milliarden Euro liegen, wie das am Bodensee ansässige Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das entspricht einem Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Krisenjahr 2009 und ist mehr als jemals zuvor. Mit dem Erlösplus geht die “deutliche Rückkehr in die Gewinnzone” einher.

Damit hat ZF die eigenen Ziele erfüllt: Der Automobilzulieferer hatte zuletzt Einnahmen von mehr als zwölf Milliarden Euro und schwarze Zahlen angepeilt, nachdem noch im Frühjahr nur Erlöse von elf Milliarden Euro für möglich gehalten worden waren.

“Wir haben unerwartet schnell in die Erfolgsspur zurück gefunden und erreichen 2010 einen Gesamtumsatz, der den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2007 noch übertrifft”, sagte Vorstandsvorsitzender Hans-Georg Härter. “Zu Jahresbeginn hätten wir eine solche rasante Entwicklung (…) definitiv ausgeschlossen”.

Die endgültigen Jahreszahlen für 2010 wird das Unternehmen, das sich nahezu vollständig in Besitz der städtischen Zeppelin-Stiftung befindet, auf der Bilanzpressekonferenz am 21. April 2011 bekannt geben.

Im Jahr 2009, dem wohl schwierigsten der Unternehmensgeschichte, litt ZF schwer unter der Krise in der Automobilindustrie, mit der das Unternehmen fast 85 Prozent seines Umsatzes macht. Die Einnahmen brachen um ein Viertel auf 9,37 (Vorjahr: 12,50) Milliarden Euro ein, und das in fast allen Marktsegmenten und Regionen. Operativ schrieb der Zulieferer einen Verlust von 361 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr noch 768 Millionen Euro verdient hatte. Unter dem Strich lag das Minus sogar bei 437 Millionen Euro nach einem Gewinn von 422 Millionen Euro.

2010 erzielte ZF nach eigenen Angaben in allen Regionen ein hohes Umsatzwachstum, besonders in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. “Möglich war das schnelle Umschalten von Krise auf rasantes Wachstum nur, weil wir eine ausreichend große Stammbelegschaft an Bord hatten”, sagte Härter.

Um der Krise entgegenzusteuern, hatte das am Bodensee ansässige Unternehmen im Herbst 2009 auf die Kostenbremse getreten. Sämtliche Unternehmensbereiche, Projekte und Investitionen wurden auf den Prüfstand gestellt, Werke zusammengelegt und sogar geschlossen. Insgesamt spart ZF dank des eingeleiteten Maßnahmenpakets dauerhaft 600 Millionen Euro ein, den Löwenanteil beim Personal. Weltweit wurden etwa 3.500 Stellen abgebaut, so dass in der schlimmsten Krisenzeit nur noch gut 60.000 Menschen für ZF Friedrichshafen arbeiteten.

Die deutliche operative Erholung in diesem Jahr wirkte sich zuletzt allerdings auch positiv auf die Beschäftigung aus: Seit Jahresbeginn stieg die Zahl der Mitarbeiter wieder um rund 4.000. Im kommenden Jahr sollen weitere 3.000 Stellen dazu kommen, wie Härter in Aussicht stellte.

Dow Jones Newswires