Stefan Sommer ZF

ZF-Chef Stefan Sommer zeiht den Verkauf der Kunststoff-Sparte an einen chinesischen Investor in Erwägung. - Bild: ZF

Vorstandschef Stefan Sommer habe bei einer Betriebsversammlung im Werk Damme in Niedersachsen die Belegschaft über einen möglichen Verkauf informiert. Davon seien auch Standorte in Bonn und in der Hunsrück-Stadt Simmern mit insgesamt 1.700 Mitarbeitern betroffen. Auch dort habe es schon Betriebsversammlungen gegeben.

In Damme arbeiten knapp 1.000 Beschäftigte. In diesem Geschäftsfeld stellt ZF Verbindungen aus Gummi oder Kunststoff mit Metall her, die etwa in Fahrwerke eingebaut werden. Die Gespräche seien in einer sehr frühen Phase, sagte der Unternehmenssprecher. “Es ist noch nichts entschieden.”

Konkurrenten haben Kostenvorteile und flexiblere Strukturen

ZF erwäge einen Verkauf, weil sich die Wettbewerbssituation nach den Zusammenschlüssen von Unternehmen verschärft habe. Die Konkurrenten hätten Kostenvorteile und flexiblere Strukturen, hieß es.

“Wir betrachten das Ganze sehr skeptisch”, sagte Thorsten Gröger von der IG Metall Nienburg-Stadthagen. Wenn die Zukunftsaussichten für den Bereich unter einem Investor gut seien, müssten sie das nach Ansicht der Beschäftigten auch unter dem Dach der ZF sein.

Deutschlands drittgrößter Autozulieferer ZF mit Sitz in Friedrichshafen hatte im vergangenen Jahr unter anderem mit der schwachen Marktentwicklung in Europa zu kämpfen. Der Gewinn schmolz um mehr als ein Drittel auf 346 Millionen Euro. 2013 will ZF allerdings wieder eine Verbesserung erreichen und hat beim Umsatz zudem ein Wachstum um rund zehn Prozent auf etwa 17 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte ZF insgesamt rund 75 000 Mitarbeiter.

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dpa/Guido Kruschke