ZF Friedrichshafen Hauptsitz

Der Zukauf von TRW hat ZF auch im ersten Halbjahr 2016 weiter Auftrieb gegeben. Bild: ZF

| von Andreas Karius

In der neuen Division hat ZF alle Aktivitäten zur Elektromobilität für die Automobilbranche gebündelt. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Markt für hybride oder rein elektrische Fahrzeuge bis 2025 um den Faktor sieben bis zehn wachsen soll. "Von diesem Wachstum werden wir mit unserer einzigartigen Systemkompetenz bei der Integration von Fahrwerk, Antriebsstrang und Elektronik profitieren und den Markt mitgestalten", sagte der ZF-Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer.

Insgesamt konnte der Automobilzulieferer in den ersten sechs Monaten des Jahres bei der Profitabilität zulegen. Bereinigt um Sondereffekte aus der TRW-Übernahme steigerte der Automobilzulieferer die operative Marge (EBIT) auf 6,3 Prozent, was einem Zuwachs von 1,8 Prozentpunkten entsprach, wie ZF am Donnerstag (4. August) mitteilte.

 

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern und den Sondereffekt aus Kaufpreisallokationen aus der TRW-Übernahme betrug in den ersten sechs Monaten 1,1 Milliarden Euro. ZF nannte in der Mitteilung weder einen Vorjahreswert noch die Höhe des Sondereffekts. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs nach Angaben von ZF auf 1,9 Milliarden Euro, was einer Marge von 10,7 Prozent entsprach. Als Gründe für die Verbesserung der Profitabilität nennt ZF eine bessere operative Leistung sowie Synergien mit TRW.

"Unsere verbesserte operative Performance und realisierte Synergien im Rahmen der Integration von ZF TRW haben unsere bereinigte EBIT-Marge im ersten Halbjahr deutlich steigen lassen", wird ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer in der Mitteilung zitiert.

Der Umsatz stieg dabei in den ersten sechs Monaten organisch um 5 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. ZF hatte in den US-Zulieferer TRW in einer milliardenschweren Übernahme gekauft. Seit Mai 2015 ist das Unternehmen voll konsolidiert. Im vergangenen Jahr setzte ZF 29,2 Milliarden Euro um, ein organisches Wachstum von 5 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 1,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 498 Millionen Euro und einer EBIT-Marge von 5,5 Prozent entsprach.

"Den Schwung aus dem ersten Halbjahr mit einer deutlich verbesserten Marge wollen wir trotz teilweise herausfordernder Rahmenbedingungen für das gesamte Geschäftsjahr aufrecht erhalten", sagte Sommer. "Gleichzeitig müssen wir vor allem die deutschen Standorte mit einer erhöhten Flexibilität und angepassten Kostenstrukturen wettbewerbsfähiger machen", sagte der Manager weiter.

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