ZF Lenksysteme Flaggen

Insider verrieten, dass ZF Friedrichshafen sich vom Tochterunternehmen ZF Lenksysteme trennen will. Bild: ZF Lenksysteme

ZF wolle das Gemeinschaftsunternehmen mit Bosch auflösen und seine Hälfte an den Stiftungskonzern verkaufen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Damit sollten kartellrechtliche Hürden ausgeräumt werden, da die Amerikaner ebenfalls Lenkungen für Kraftfahrzeuge produzieren. Vollzogen würde das aber erst, wenn das Zusammengehen von ZF Friedrichshafen und TRW unter Dach und Fach sei. Sprecher von TRW, Bosch und ZF Friedrichshafen nahmen zu den Angaben nicht Stellung.

ZF Lenksysteme erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit weltweit 13.000 Mitarbeitern gut vier Milliarden Euro Umsatz. Die Zukunft des ZF-Bosch-Gemeinschaftsunternehmens ist den Angaben zufolge eine der wichtigen Fragen, die in den Fusionsgesprächen von ZF und TRW noch geklärt werden müssen. Der deutsche Getriebehersteller und der auf Sicherheitssysteme für Fahrzeuge versierte US-Konzern hatten im Juli Gespräche bestätigt. ZF will mit der Übernahme von TRW seine Marktposition als Anbieter von Technik für autonomes Fahren stärken.

Insidern zufolge stand zuletzt ein Kaufpreis von rund 105 Dollar je TRW-Aktie zur Diskussion. Damit wäre der US-Konzern umgerechnet fast neun Milliarden Euro wert, das 7,5-fache des für 2014 geschätzten operativen Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Gemessen daran wäre es eine der teuersten Übernahmen in der Autozulieferbranche. Zusammen würden ZF Friedrichshafen und TRW Automotive weltweit auf Rang vier hinter Bosch vorrücken. Weltmarktführer ist der Rangliste der Fachzeitschrift “Automobil Produktion” zufolge der deutsche Dax-Konzern Continental vor dem japanischen Zulieferer Denso.

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Reuters / gp