Pininfarina Cambiano

Vor dem Hauptquartier von Pininfarina in Cambiano kam es nach weiteren Entlassungen zu Protesten. Bild: Pininfarina

Vor einigen Tagen hatten die Beschäftigten des Design und Ingenieur-Dienstleister mal wieder genug. Nachdem 14 Mitarbeitern gekündigt wurde, protestierten am Hauptsitz Cambiano rund 150 Beschäftigte gegen die Entlassungen. Die Zahl der Kündigungen sei zwar klein, meint dazu IHS Automotive, die folgende Protestaktion spiegle aber die große Verunsicherung wieder, die seit Monaten im Unternehmen herrsche. Die italienische Designschmiede steckt seit Jahren in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, die einzige Chance auf eine Zukunft scheint darin zu bestehen, unter das Dach eines Herstellers zu schlüpfen. In der Mahindra-Gruppe gibt es auch einen ernsthaften Interessenten. Indiens größter SUV-Hersteller verhandelt seit Monaten bezüglich einer Übernahme. Allerdings gestalten sich die Gespräche äußerst zäh. Uneinigkeit herrscht noch über den Kaufpreis und die Übernahme der Schulden. Vor einigen Wochen hieß es, die Parteien hätten sich angenähert und eine Einigung stünde nun bevor. Seither herrscht Funkstille, stattdessen baut das Unternehmen, das aktuell noch etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt, weiter Personal ab.

Das wiederum dürfte in konkretem Zusammenhang stehen. Gut möglich sei, meinen Experten, dass die Italiener für das Zustandekommen der Übernahme die Kosten weiter drücken müssen.

Mit der Übernahme des italienischen Unternehmens, zu dem auch Produktionsanlagen gehören, will Mahindra & Mahindra, eine lokal in Indien sehr erfolgreiche Marke mit großen Ambitionen in wichtigen Wachstumsmärkten, sein Profil weiter schärfen. Zu dem indischen Konzern gehören inzwischen unter anderem der koreanische SUV-Spezialist Ssangyong und die Rollersparte von Peugeot. In der Vergangenheit hat Pininfarina verschiedentlich für den Autobauer gearbeitet und unter anderem das Kompakt-SUV TUV 300 entworfen.

Pininfarina schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen und hat vor drei Jahren seine nicht mehr lukrative Automobilproduktion geschlossen. Paolo Pininfarina, Enkel des Firmengründers und aktueller Chef des Unternehmens erhofft sich von einem neuen Investor finanzielle Stabilität in den kommenden Jahren. Die 1930 gegründete Designschmiede arbeitete mit den Großen der Autowelt zusammen und verlieht zahlreichen Fahrzeugen die ganz besondere Linie. So schufen die Italiener unter anderem Modell Legenden wie den Ferrari 275 GT, das Peugeot 306 Cabrio und den Alfa Romeo Spider.

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fv