Iran

Können die deutschen Automobilhersteller den iranischen Automarkt der Zukunft mitgestalten? Bild: Borna_Mir – Fotolia

So teilte Europas größter Autokonzern Volkswagen mit: “Wir verfolgen die aktuelle Entwicklung und prüfen mögliche Optionen. Es gibt jedoch noch keine Entscheidungen oder Beschlüsse.” Bis 2009 hatte VW dort Fahrzeuge des Typs Gol produziert.

Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass VW durchaus mit von der Partie sein will, wenn westliche Hersteller ihre Autos wieder im Iran verkaufen dürfen. Als Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Juli 2015 als einer der ersten westlichen Spitzenpolitiker nach Teheran reiste, wurde er von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Manager von VW und Daimler. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hatte das Land in der Vergangenheit als interessanten Markt bezeichnet.

Die VW-Tochter Audi sieht in dem islamischen Schwellenstaat sogar “wachsendes Potenzial für Premiummarken”. Allerdings betonte eine Sprecherin, das Unternehmen habe bisher weder einen autorisierten Importeur noch ein Händlernetz im Iran und übe daher aktuell keine Geschäftstätigkeit im Markt aus. Audi beobachte die politische Entwicklung. Ähnliche Töne kommen vom Sportwagenbauer Porsche. Die VW-Tochter warte zunächst ab, wie sich die Lage entwickle, sagte ein Sprecher. Auch BMW betonte: “Ein zukünftiger Einstieg in den iranischen Markt hängt sowohl von den politischen als auch von den wirtschaftlichen Entwicklungen ab.”

Indes plant Daimler, wieder im Iran aktiv zu werden – “natürlich unter Berücksichtigung aller möglicher exportrechtlicher Regelungen”. Vor diesem Hintergrund tätige Daimler derzeit einzelne Geschäfte, sagte eine Sprecherin. Die Stuttgarter wollen im Falle der Sanktionsaufhebung ein Vertriebsbüro für ihr Nutzfahrzeuggeschäft im Iran errichten, das vom Regionalzentrum in Dubai aus gesteuert wird.

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dpa-AFX / gp