Die deutschen Zulieferer wollen mit den Autokonzernen Volkswagen, Daimler und BMW ein Abkommen schließen, das den mittelständischen Betrieben deutlich mehr Planungssicherheit bringen soll, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Konzerne sagen darin zu, Waren, die sie bei den Zulieferern bestellt haben, auch tatsächlich in einem angemessenen Zeitraum abzunehmen und zu bezahlen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Zulieferer während der Hannover Messe mit. Dieser Zeitraum könnte zwischen vier und acht Wochen liegen, deutete der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Theodor Tutmann, an. Solche verbindlichen Abnahmevereinbarungen habe es bislang nicht gegeben.Zulieferbetriebe kaufen üblicherweise im Rahmen von Fertigungsfreigaben Vormaterialien und erstellen die Teile. Mit Beginn der jüngsten Wirtschaftskrise blieben sie aber vielfach auf dieser Ware sitzen. „Die Zulieferer dienten als Zwischenlager und Zwischenfinanzierer“, sagte Tutmann. Man habe mit den drei Autoherstellern nun eine mündliche Absichtserklärung erstellt, die im Verlauf dieses Jahres in eine verbindliche Vereinbarung münden soll, sagte Tutmann. Zwar könne eine solche Vereinbarung nicht rechtsverbindlich sein, aber sie sei der Türöffner für bindende bilaterale Verträge zwischen Konzernen und Zulieferunternehmen. Eine Bestätigung der Einkaufschef der drei Unternehmen erfolgte bis jetzt noch nicht (im Bild: VW-Einkaufschef Francisco Javier Garcia Sanz).

Die Arbeitsgemeinschaft vertritt mittelständische Betriebe aus mehreren Industriebranchen mit einem Gesamtumsatz von 215 Milliarden Euro. Nach einem „dramatisch schlechten Jahr“ blicke man nun wieder „vorsichtig optimistisch“ in die Zukunft, sagte Tutmann. Aufgrund steigender Auslandsbestellungen und eines Lageraufbaus in der Industrie rechnen die Zulieferer für 2010 mit einem Wachstum von 5 bis 10 Prozent.