BMW, Küger

Harald Krüger, CEO BMW Group: "Wir spüren Veränderungen in allen Geschäftsbereichen entlang der kompletten Wertschöpfungskette." Bild: BMW

AUTOMOBIL PRODUKTION: Herr Krüger, was verbirgt sich hinter Ihrer Strategie Number ONE>NEXT?
Mit der Strategie Number ONE>NEXT blicken wir bis ins Jahr 2020 und darüber hinaus bis 2025. Unsere Unternehmensstrategie betrachten wir als Handlungsrahmen. Mit diesen Leitplanken sind wir in der Lage frühzeitig Trends in unserem Umfeld zu erkennen, uns ambitionierte Ziele zu setzen und die notwendigen Maßnahmen abzuleiten, das bestehende Geschäft zu verbessern und neue profitable Geschäftsfelder zu erschließen: Und nicht zuletzt das Unternehmen zu befähigen, diese Strategie erfolgreich umzusetzen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was wollen Sie verändern?
In den vergangenen Jahren hat sich unsere Welt jedoch weiter verändert – schneller und radikaler als je zuvor. Wir bewegen uns heute in einem völlig anderen Umfeld. Vor diesem Hintergrund haben wir die Strategie Number ONE ergebnisoffen weiterentwickelt. Ausgangspunkt war eine umfassende Trendanalyse. Wir haben wesentliche Handlungsfelder für uns abgeleitet. Dazu zählt die Digitalisierung. Neue Technologien bieten der Automobilindustrie neue Chancen und stellen uns zugleich vor Herausforderungen. Die Wertschöpfung verschiebt sich von der Hardware in Richtung Software und Services.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Das Unternehmen muss sich also grundlegend verändern, um zu bestehen?
Wir spüren Veränderungen in allen Geschäftsbereichen entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Diese erfordern neue Fähigkeiten und das verändert auch die Wettbewerbssituation in unserer Branche. Zusätzlich zur hohen Wettbewerbsintensität im Premiumsegment stoßen wir auf branchenfremde Wettbewerber. Diese zeichnen sich durch eine hohe Dynamik, ein aggressives Vorgehen und große finanzielle Spielräume aus. Sie fokussieren sich ausschließlich auf Zukunftstechnologien und arbeiten mit den Daten ihrer Kunden. Das führt natürlich zu Veränderungen an der für uns so bedeutenden Schnittstelle zum Kunden. Im digitalen Zeitalter sind Daten und der daraus zu generierende Mehrwert für den Kunden entscheidend. Hier können sich etablierte Hersteller von neuen Wettbewerbern differenzieren, denn wir haben es in der Vergangenheit verstanden, uns an neue Kundenanforderungen anzupassen.

BMW-Chef Krüger: "Welt verändert sich radikaler und schneller" 1

AUTOMOBIL PRODUKTION: Das klingt nach einer großen Herausforderung für BMW...
In diesem komplexen Wettbewerbsumfeld wird sich der Kostenwettbewerb weiter verschärfen. Nur wer sein operatives Geschäft exzellent beherrscht, kann Effizienzen heben und in die Zukunft investieren. Bei den Antriebstechnologien zum Beispiel werden wir weiter mehrgleisig unterwegs sein. Nur so können wir die weiter steigenden gesetzlichen Anforderungen zur Senkung von Emissionen weltweit erfüllen. Und all das muss uns in einem Umfeld hoher Volatilität gelingen. Wir brauchen daher höchste Flexibilität, um Kurs halten zu können.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was bedeutet die neue Strategie für die Modellpalette?
Wir erweitern unser Produktportfolio über alle Marken und Segmente hinweg. Wir wollen die Führungsrolle in den oberen Segmenten, wir bauen das BMW M Produktprogramm und die BMW i Familie aus. Aber eines will ich betonen: BMW ist und bleibt unsere Kernmarke.