| von Bettina Mayer
Grafik aus Ausgabe 03/2018 der AUTOMOBIL PRODUKTION - Der E-Komponenten-Baukasten von BMW.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Diese fünfte Batterie-Generation, von der wir gerade sprechen, ist für den iNEXT vorgesehen, richtig?
Ja das ist richtig.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Dann ist diese Komponente noch gar nicht fertig definiert?
Doch, die Vorentwicklung für diese Zellen ist abgeschlossen. Das ist das eine. Und wir sind jetzt gerade im Übergang in die Serienentwicklung. Das heißt also, wir haben die Formate definiert, wir haben die spezifischen Eigenheiten spezifiziert, und jetzt müssen wir mit dem Zell-Lieferanten zusammen die Zelle entwickeln. Ebenso die Produktionsanlagen dazu, nicht nur auf der Zellseite, sondern auch auf der Batterieseite - das geht parallel Hand in Hand. In der nächsten Musterphase müssen wir die Lebensdauer nachweisen und die Sicherheit.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie entwickeln mit Ihren Zell-Partnern Samsung und CATL gleichzeitig weiter?
Ja. Unser Prozessbaukasten ist darauf ausgelegt, dass wir mit den Lieferanten ein gemeinsames Format definieren, und dann unabhängig vom Zell-Lieferanten die Zellen verarbeiten können. Das heißt also, wir haben heute weltweit drei Zellformate…

AUTOMOBIL PRODUKTION: … die Sie flexibel bauen können?
Ja, wir werden verschiedene Geometrien auf einer Produktionsanlage produzieren können.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie kann man sich das vorstellen - da gibt es einen Greifer und der kann drei verschiedene Zellformate greifen?
So ungefähr. Es geht aber nicht nur um Greifer, sondern auch um Modulmontage- und Transfersysteme, denn die Zellen und Module müssen ja in der Herstellung flexibel von einer Station zur nächsten transportiert werden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: EU-Kommissar Maros Sefcovic hat angekündigt, im Februar ein Papier vorzulegen über eine Strategie zur Zellenproduktion in Europa, wo sich ähnlich wie bei HERE mehrere Unternehmen zusammentun …
Die Interessen der Automobilhersteller sind aber nicht ganz deckungsgleich. Jeder OEM hat andere Anforderungen im Fahrzeug und in den Dimensionierungen. Aus meiner Sicht werden wir es in Europa nicht schaffen, da auf einen Nenner zu kommen. Sinnvoller könnte es sein, für Built-To-Print-Lösungen einen spezialisierten Hersteller (wie zum Beispiel zu Northvolt in Schweden) zu haben. Je nach Spezifikation könnte ein solcher Hersteller auch kundenspezifische Konzepte umsetzen. Meines Erachtens ist es sinnvoller, wenn die Europäische Kommission ganz gezielt die Unternehmen fördert, die in eine Zellproduktion investieren wollen. Es gibt einige Unternehmen, die in Europa einen Produktionsstandort aufmachen möchten.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Würde Sie so eine EU-Kommissions-Initiative auch ablehnen, für die erste Generation von Feststoffzellen ausschließen?
Bis eine Entscheidung für die Feststoffzelle fällt, glaube ich, sind schon mehrere Gigafactories in Europa gebaut. Langfristig macht es auch keinen Sinn, die Zellen aus Asien nach Europa zu schiffen. Wir bringen z.Z. jedes Jahr etwa 10Millionen Zellen nach Europa; Es ist durchaus sinnvoll, dass hier vor Ort zu produzieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie verschiffen die Zellen von China nach Europa?
Nein, wir erhalten sie aus Korea.