Teil der Fröhlich-Strategie: BMW erhöht die Schlagzeilen in der E-Mobilität. Bei der Motor Show in Beijing zeigten die Münchner die E-Version des X3. Das Modell soll ab 2020 in Shenyang gebaut werden.
Teil der Fröhlich-Strategie: BMW erhöht die Schlagzeilen in der E-Mobilität. Bei der Motor Show in Beijing zeigten die Münchner die E-Version des X3. Das Modell soll ab 2020 in Shenyang gebaut werden. Bild: BMW

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie nehmen einen Batterielieferanten von der White List?
Auf der so genannten White List stehen nur Batterien von chinesischen Herstellern. Und ja, wenn wir ein NEV bauen wollen, müssen wir aktuell chinesische Zellen nutzen. Wir arbeiten schon länger mit CATL zusammen und fertigen in China Batteriefahrzeuge unter der Marke Zinoro. Wir haben CATL stark mit unserer Technologie unterstützt, damit sie möglichst robuste, leistungsfähige Zellen bauen können. Bei steigendem Volumen in China reicht aber ein Zelllieferant nicht aus. Es gibt weitere Zellhersteller, die für uns zukünftig auch interessant sein können.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was bedeutet dies für CATL?
Wir arbeiten im Augenblick viel mit CATL zusammen und wir werden zukünftig CATL-Zellen auch in Autos nutzen, die nicht in China oder für China gebaut werden. CATL ist inzwischen ein so guter und wettbewerbsfähiger Zellhersteller, dass er Teil unseres Lieferantennetzwerkes ist.

AUTOMOBIL PRODUKTION: CATL will in Europa eine Batteriefabrik bauen, richtig?
Zu den Plänen von CATL müssen Sie CATL fragen. Grundsätzlich gilt für uns, dass wir Batteriezellen dort brauchen, wo wir unsere Fahrzeuge herstellen. Und es macht sicherlich dauerhaft keinen Sinn, Batteriezellen global zu verschiffen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Warum haben Sie sich dann gegen eine gemeinsame Zellproduktion der Hersteller oder im Verbund mit den Zulieferern gewehrt?
Wir haben uns nicht gewehrt. Wir haben uns darum bemüht, dass die europäische Automobilindustrie nicht in Abhängigkeit gerät. Die Fragen sind vielschichtig – vom Rohstoffzugang bis zum Recycling.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie haben doch eine Einkaufskooperation mit Daimler. Gemeinsam mit Bosch wäre das doch eine gute Lösung für Europa gewesen, oder nicht?
Wir sind daran interessiert, dass es wettbewerbsfähige Zelllieferanten gibt. Wir als OEM werden nicht zum Zellfertiger. Derzeit müssen wir aber Aufgaben übernehmen, um Entwicklungen zum Durchbruch zu verhelfen – das sehen Sie auch bei der Schnelllade-Infrastruktur. Unsere Kompetenz ist und bleibt das Gesamtfahrzeug und nicht die Komponentenfertigung. Wir werden uns daher auch nicht auf eine bestimmte Zelltechnologie und auf einen Lieferanten über zehn Jahre festlegen. Diese Themen entscheiden über die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit. Wir brauchen die kosten- und funktionsoptimale Batterie.

Klaus Fröhlich: "Ein BMW M muss sich von einem Auto der Kernmarke unterscheiden, ebenso ein i-Modell."
Klaus Fröhlich: "Ein BMW M muss sich von einem Auto der Kernmarke unterscheiden, ebenso ein i-Modell." Bild: BMW

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ein gutes Stichwort: Ihre Gesamtfahrzeug-Kompetenz. Sie haben kürzlich den i4 angekündigt. Ist dies die Bestätigung dafür, dass es eine ganze i-Familie geben wird?
Wir haben 12 Batteriefahrzeuge und 13 Plug-in-Hybride bis 2025 angekündigt. Von diesen 12 BEVs werden viele BMWs sein. Und die laufen bei uns unter BMW i. Wir werden aber alle Marken elektrifizieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Alles klar – deswegen heißt der X3 BEV auch iX3 …
Ganz genau.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Aber er schaut aus wie ein normaler X3, richtig?
Man wird sehen, dass es ein batterieelektrisches Fahrzeug ist, aber prinzipiell ist es ein X3. Die erwähnten Architekturen ermöglichen alle Kombinationen. Der BEV unterscheidet sich vom Plug-in-Hybrid nur dadurch, dass wir die Bodengruppe in der Fahrzeugmitte variieren und dort den Flachspeicher unterbringen. Alle Komponenten vorne und hinten - Crash-Struktur, Stirnwand, Klimagerät – sind bei beiden gleich. Die Architekturen erlauben uns, unterschiedliche Antriebskonzepte und Fahrzeugdesigns – Limousine oder SAV – zu realisieren. So können wir Kundennachfrage befriedigen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Mir ist nicht ganz klar, was Sie genau meinen…
Ein BMW M muss sich von einem Fahrzeug der Kernmarke unterscheiden – im Design oder den Fahreigenschaften. Ebenso ein i-Fahrzeug. Sie haben Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten – wie die Niere. Ich kann aber beispielsweise die Niere unterschiedlich nutzen. Bei einem M-Fahrzeug, um Luft in den Motorraum zu bringen, bei einem i-Fahrzeug um Sensoren unterzubringen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Und Ihr Rezept deckt alle Segmente ab – vom 1er bis zum 7er?
Ja! Mit unseren Architekturen: Frontantriebsarchitektur (FAAR) und Cluster-Architektur (CLAR). Die Anstrengung der letzten Jahre war es, genau diese Industrialisierbarkeit und Skalierbarkeit hinzukriegen.

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