AUTOMOBIL PRODUKTION: Glauben Sie, dass der Mission E in Porsches Zukunft eine große Rolle spielen wird?
Selbstverständlich. Würden wir sonst mehr als eine Milliarde Euro dafür investieren? Mit dem Mission E wollen und werden wir einen Maßstab setzen. So wie wir das Auto ausgelegt haben, wird es kompromisslos sein – von den Fahreigenschaften her, von den Reichweiten, von der Ladedauer. Wir legen die Messlatte ganz hoch.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was ist höher priorisiert – der Mission E oder ein kleiner Panamera?
Für uns zählt jedes einzelne Produkt. Entscheidend ist, dass wir eine gute Verteilung im Cycle-Plan haben, so hat jedes Produkt zu seinem Zeitpunkt immer die höchste Priorität. Das ist wichtig, um ein Unternehmen ausgewogen zu steuern.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Der Mission E kommt 2018. Dann bleibt doch im Cycle-Plan eine zeitliche Lücke, in die ein kleiner Panamera reinpassen würde, richtig?
Jetzt steht für uns zunächst einmal der neue Panamera im Vordergrund. Wir haben viele Ideen, aber eins nach dem anderen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Dann denken Sie an neue Karosserievarianten beim Panamera?

Lassen Sie sich überraschen.

blume, CEO, Porsche
Seit dem 1. Oktober 2015 ist Herr Blume Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Bild: Porsche

AUTOMOBIL PRODUKTION: Bauen Sie einen Panamera Kombi?
Wir schauen ganz genau, was wir aus den verschiedenen Produkten machen können und wo in unserem Cycle Plan noch weiße Flecken sind, wo wir neue Fahrzeuge positionieren können. Genau so sind wir auch an den Mission E heran gegangen. Dort, wo wir den Mission E platzieren, sind wir im Moment noch nicht vertreten. Wir haben uns angesehen, was steckt dort an Volumen in diesem Segment weltweit drin und welche Kaufkraft verbirgt sich dort? Das sind unsere Überlegungen auch bei anderen Baureihen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Der kleine Panamera ist aber nicht komplett vom Tisch?
Wie gesagt: Jetzt steht erstmal die neue Generation des Panamera im Vordergrund. Und viel Zeit bis zum Mission E bleibt da nicht: eigentlich nur drei Jahre.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Der Erfolg des Macan – sie bauen und verkaufen jährlich 80.000 Stück – zeigt doch folgendes: Es ist sinniger in ein Segment zu gehen, in dem viel Volumen drin steckt. Im Vergleich zu so einem Exoten wie dem Mission E. Es stecken ja immer hohe Investments dahinter.

Wir beobachten sehr genau, welche Segmente für uns interessant sind. Beim Macan haben wir mit einer Kennzahl von 50.000 Einheiten geplant. Wir sind mit einem neuen Auto in das Segment gegangen und freuen uns über die überragende Resonanz. Für die Produktion ist die Erhöhung auf 80.000 schon ein Kraftakt. Aber das zeigt auch die Leistungsfähigkeit von Porsche.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Herbert Diess, der VW-Marken-Chef, sagt die Effizienz seiner Werke ist ein verbesserungswürdiges Thema. Gilt das auch für Porsches Werke?
Effizienz ist immer ein Thema. Porsche hat in den vergangenen Jahren sehr hohe Produktivitätserfolge erzielt. Aber bei der Produktivität lässt man nie locker. Produktivität bedeutet nicht nur die Effizienz zu erhöhen und Kosten zu sparen, sondern auch, sich qualitativ zu verbessern. Mit unserem Porsche Produktionssystem konzentrieren wir uns auf alle diese Aspekte.