AUTOMOBIL PRODUKTION: Welche Rolle spielt in Ihrem Alltag der Konzern-Produktstratege Thomas Sedran?
Wir haben uns kürzlich kennengelernt und uns bereits zu verschiedenen strategischen Themen ausgetauscht. Wir werden in Zukunft eng zusammenarbeiten. Ich habe ihm volle Unterstützung von Porsche zugesagt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie läuft das genau ab? Sie bieten Ihm eine Technologie an und er kann diese im Konzern verbreiten oder Thomas Sedran kommt zu Ihnen und sagt, ich brauche jetzt folgende Technologie von Dir …?
Das ist der Vorteil im Konzern, man kann sich zu vielen unterschiedlichen Themen austauschen und dadurch Vorteile nutzen. Es gibt Sachen, die sind standardisiert im gesamten Konzern von Nutzen. Das machen wir von Porsche natürlich auch. Und dann gibt es viele spezifische Themen, die in einer Marke entwickelt werden. Und wenn die sich als tragbar und als zukunftsfähig und erfolgreich erweisen, dann kann man diese im gesamten Konzern einsetzen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wird sich dadurch auch die Baukastenzuordnung verschieben?
Der Modulare Standard-Baukasten wird von Porsche entwickelt und bezieht künftig Bentley mit ein. Das war die Hauptmotivation, die Markengruppe in dieser Form zu bilden, weil dieser Baukasten hervorragend zu Bentley passt. Der MLB Evo, der unter anderem den Q7 trägt, den nutzen wir natürlich auch im Sinne der Konzernsynergie. Aber alles entwickelt sich natürlich. So werden wir künftig auch innerhalb eines Baukastens Bewegung haben, wie jetzt im MSB.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Eine vertrauenswürdige Quelle hat mir zur Mission E verraten, dass das Batteriepaket von Bosch entwickelt wurde und BMW plant, mit genau dieser Technik seine ganze i-Reihe auszubauen. Wahr oder unwahr?
Dazu kann ich nichts sagen. In die Planungen von BMW habe ich keinen Einblick.
Wir befinden uns im Moment noch in der Konzeptionsphase und sind dabei festzulegen, mit welchen Partnern wir zusammen arbeiten werden. Fest steht: Es wird eine neue Generation von Batterie sein. Dass wir bei der Entwicklung auf vorhandenes Know How und technische Kompetenz unserer Partner zurückgreifen, versteht sich von selbst. Bosch wird an verschiedenen Stellen Aufgaben übernehmen, ebenso wie andere Hersteller im Elektronik- oder im Batteriebereich.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Oder wäre das vielleicht sogar ein Projekt, wo Sie sich vorstellen könnten, es zusammen mit BMW voran zu treiben – ähnlich wie bei Here?
Vorstellen kann man sich vieles, aber im Moment spielt das für uns keine Rolle.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Der Mission E wurde aber zusammen mit Bosch entwickelt?
Bosch wird Themen übernehmen, aber die Entwicklung beginnt ja erst jetzt. Das Fahrzeug kommt Ende des Jahrzehnts auf den Markt – bis dahin sind noch drei Jahre Entwicklungsarbeit zu leisten. Es gibt verschiedenste Wettbewerber unter den Lieferanten, die sich für das Projekt interessieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welche Rolle wird Bosch spielen?
Bosch ist für uns ein wichtiger Technologiepartner. Für den Mission E prüfen wir derzeit alle Möglichkeiten: Mit wem wir bei welchen Themen künftig zusammenarbeiten, ist an vielen Stellen noch nicht entschieden.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Es macht auf jeden Fall Sinn, wenn zwei kleinere Autohersteller wie Porsche und BMW die gleiche Technologie verwenden, um entsprechende Volumina zu generieren. Richtig?
Wir fühlen uns im Konzernverbund von Volkswagen sehr gut aufgehoben. Eine Verbindung mit BMW gibt es an der Stelle nicht.

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