Portraitfoto von Frédéric Lissalde, CEO bei BorgWarner

Frédéric Lissalde, CEO bei BorgWarner: "Diese Transaktion stellt den nächsten Schritt in Richtung einer ausgewogenen Strategie als Produktführer im Bereich Technologielösungen für Verbrenner, Hybrid- und Elektrofahrzeuge dar."

| von Götz Fuchslocher

Herr Lissalde, mit dem eBooster, dem VTG-Turbolader oder etwa der Allradkupplung der Generation VI hat BorgWarner einen Reigen neuer Produkte im Portfolio. Wie fügt sich hier die Akquisition von Delphi Technologies ein?

Diese Transaktion stellt den nächsten Schritt in Richtung einer ausgewogenen Strategie als Produktführer im Bereich Technologielösungen für Verbrenner, Hybrid- und Elektrofahrzeuge dar. Diese Akquisition würde darüber hinaus unsere Position auch im Nutzfahrzeug- und Aftermarket-Geschäft stärken. Unsere Produkte werden sich bei kompletten Motormanagementsystemen, bei Vollhybridlösungen mit unseren integrierten Antriebsmodulen und bei Plug-to-Wheel Produkt- und Systemlösungen für batterieelektrische Fahrzeuge ergänzen. Delphi Technologies bringt neben branchenführender Leistungselektronik und Know-how auch einen etablierten Produktions-, Liefer- und Kundenstamm mit. Sobald wir die Transaktion mit Delphi Technologies abgeschlossen haben, wären wir in der Lage, unseren Kunden umfassendere elektrische Antriebssysteme anzubieten. Dies würde BorgWarners Führungsposition im Bereich Antriebssysteme stärken.

Der Kauf sichert BorgWarner eine Portfolio-Erweiterung im Bereich der elektrifizierten Fahrzeuge, etwa bei 48-Volt-Systemen. Wie stark schätzen Sie auf diesem Gebiet das Wachstum in den kommenden Jahren ein und welche weitern Vorteile ergeben sich für zukünftige Entwicklungen?

Wie erwähnt, wären wir in der Lage, unseren Kunden umfassendere elektrische Antriebssysteme anzubieten. Dies ist für uns klar von Vorteil, da die Entwicklung hin zu elektrisch betriebenen Antriebssträngen auf Hochtouren läuft. In China produzieren wir seit zwei Jahren elektrische Antriebsmodule für zwei EV-Firmen und auch unsere P2-Hybridmodule werden dort eingeführt. Die Fähigkeiten, die wir in China erworben haben, stärken auch unsere Position in Europa und helfen uns, dort Hybridprogramme bei bekannten Automobilherstellern zu gewinnen. Wir sehen zudem auch immer mehr Hybridisierung auf dem US-Markt, obwohl die CO2-Ziele in den USA weniger streng sind als in Europa oder China.

Delphi Technologies ist auch in der klassischen Verbrennungsmotoren-Technologie, etwa bei den Direkteinspritzer-Systemen, sowie im Aftermarket-Sektor gut vertreten. Wie sehen auf diesem Feld die Synergien für die Zukunft unter dem Dach von BorgWarner aus?

Der Abschluss der Akquisition von Delphi Technologies würde BorgWarners führende Marktposition im Bereich der Verbrenner-Technologien stärken. Delphi Technologies Know-how in der Kraftstoffeinspritzung und Elektronik ergänzt unser ohnehin schon umfangreiches Portfolio auf ideale Weise. Des Weiteren würde auch das breite Aftermarket-Produktportfolio von Delphi Technologies – mit seinem angesehenen Markennamen und engen Beziehungen – zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen BorgWarners Technologien für PKWs, Nutzfahrzeuge und für den Aftermarket sorgen.