| von Bettina Mayer und Götz Fuchslocher

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihr Ziel für 2020 oder 2025?
Die meisten Unfälle passieren in einem Umkreis von drei Meilen von zu Hause. Wenn man diese Unfälle hinsichtlich des tödlichen Ausgangs vermindern könnte, weil man mit einer wesentlich geringeren Geschwindigkeit auf ein anderes Auto auffährt, und das Auto so programmiert, dass es anstatt einen Seitenaufprall ‚nur‘ in einem spitzen Winkel auftrifft. So kann man Unfälle zwar nicht komplett verhindern, aber deren Ausgang abmildern. Anstatt zu sterben, kommt man bei so einem Unfall dann vielleicht mit einem gebrochenen Arm davon.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Werden sich die Autos auch insgesamt verändern?
Dieser Weniger-Tote-Ansatz wird große Auswirkungen auf die Werkstoffe haben, aus denen Autos künftig gebaut werden. Die Werkstoffe müssen noch absorptiver werden, damit ein Aufprall nicht so stark ist, und dann der Mensch bei so einem Aufprall auch besser davon kommt. Continental befasst sich zwar nicht mit dieser Thematik, aber andere tun dies schon sehr wohl, und ich halte dies für wirklich wichtig.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wird sich auch die Automobilproduktion grundlegend verändern?
Ja, davon gehe ich aus, wenn man alle Faktoren einbezieht - Geschwindigkeit, Werkstoffe, Energie, die die Autos von morgen möglicherweise verändern. Durch diese Maßnahmen vermindert man zuerst die Zahl der Unfalltoten, dann die Zahl der Verletzten und schlussendlich erlangt man die Zahl Null. Natürlich passiert das nicht von einem Tag auf den nächsten; es muss noch viel geschehen.

Infokasten Serval Oz

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welchen Vorteil bringen Sie zu Continental durch Ihre Zeit bei Google?
Continental verfügt über 140 Jahre Automobilerfahrung und hat rund 220.000 Mitarbeiter, die wissen, wie man sichere und innovative Technologien entwickelt und in Serie bringt. Durch die Größe und das Know-how von Continental kann man die Autoindustrie schon wandeln und kann Innovationen in der nötigen Größenordnung in den Markt liefern. Dies ist ein sehr attraktiver Grund für mich, genau das zu tun, was ich für Continental tue.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wo sehen Sie persönlich Ihre größte Herausforderung?
Ich denke, das autonome Fahren ist immer auch eine menschliche Herausforderung. Es geht darum, dass die Menschen erkennen, dass wir das Ziel so bald als möglich erreichen müssen. Per Definition sind allein 30.000 Tote pro Jahr in den USA mit einer Epidemie gleichzusetzen.  Und derartige Probleme haben wir ja bis dato schon lösen können – zum Beispiel bei Aids, Malaria und den Masern. Wir müssen es genauso betrachten; denn bei Toten gibt es doch keine Unterschiede.

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