| von Bettina Mayer

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ist der Direktvertrieb für Porsche eine Option?
Wir schauen wir uns alles an. Das hängt ja auch von Länderspezifika ab. Wir entscheiden uns immer dafür, was am Ende des Tages für den Kunden mehr Wert bringt, denn das bringt natürlich auch einen Mehrwert für uns.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Gibt es im Konzern einen CDO Jour Fixe?
Klar tauschen wir uns aus und schlauen uns gegenseitig auf. Das Thema ist ja extrem relevant für uns alle. Wir machen das oft über Videokonferenzen. Das spart Zeit.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welches Fahrzeug wird erstmalig Ihre Ideen tragen? Wird es der Mission E sein?
Der Mission E ist für uns sicherlich die Möglichkeit, eine ganz neue Porsche-Welt aufzuzeigen. Wir wollen aber auch schon vorher aktiv werden – und durchaus auch außerhalb des Fahrzeugs Angebote auf den Markt bringen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Warum sind die Unfälle mit dem Tesla Auto-Piloten Ihrer Meinung nach kein Rückschritt für die Akzeptanz des autonomen Fahrens?
Wie es zu den Unfällen kam, können wir nicht im Detail beurteilen. Aber es steht außer Frage, dass die Technik, die das autonome Fahren ermöglichen wird, noch eine lange Erprobungsphase vor sich hat. Zunächst einmal werden wir belegen, dass Assistenzsysteme wie der Staupilot oder Instrumente, mit denen ein Auto selbst einen Parkplatz sucht und einparkt, einwandfrei funktionieren. Aber wir haben trotzdem großen Respekt vor Tesla. Die haben tolle Sachen gemacht und Mut bewiesen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wären die ein möglicher Partner von Porsche?
Ich glaube, im Umfeld der Digitalisierung muss man sich Partner und Wettbewerber nochmal ganz anders anschauen. Ein gutes Beispiel für Zusammenarbeit über den Konzern hinaus ist HERE. Das Thema Ladeinfrastruktur ist ebenfalls prädestiniert. Ansonsten fühlen wir uns als Mitglied des VW Konzern ganz wohl.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welche neuen Leute holen Sie sich?
Wir suchen Leute, die eine Affinität für das Automobil haben, das ist ganz wichtig. Idealerweise für einen Sportwagen, der aus Zuffenhausen kommt. Und die genauso eine Affinität haben für ein einzigartiges Kundenerlebnis. Das ist für mich entscheidend. Und verstehen, wie man Technologien einsetzen kann, um beide Dinge zu optimieren und noch spannender zu machen. Unsere Kunden sollen sagen: Cool, ich bin in der Zukunft angekommen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Bis 2017 wollen Sie 100 Leute an Bord haben. Und bald sollen es 500 in Deutschland sein. Korrekt?
Aktuell haben wir etwa 50 Leute. Und haben noch 50 Stellen, die wir jetzt besetzen. Dann wachsen wir sukzessive.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Die Stellen sind alle in Ludwigsburg?
Im Moment sitzen die meisten Mitarbeiter hier, denn Ludwigsburg ist unser zentrales Standbein aufgrund der Nähe zur Porsche AG. Aber wir werden auch in Berlin rekrutieren und in anderen Regionen. Da legen wir uns nicht fest. Wir können ja auch viel virtuell arbeiten.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Porsche errichtet in Ludwigsburg auch einen Porsche Campus. Richtig?
Die 500 Porsche-Spezialisten, mit denen wir einen Campus an der Schwieberdinger Straße planen, arbeiten in Zukunft an unserer Vision eines intelligenten Automobils. Rund 100 davon sind bei mir in der neuen Porsche Digital GmbH angestellt; die weiteren 400 gehören verschiedenen anderen Abteilungen an – wir arbeiten alle gemeinsam daran, Themen wie Connected Car, smart Mobility und autonomes Fahren Porsche-typisch umzusetzen. Eines ist sicher: Ein Porsche bleibt immer ein Porsche. Und wir ergänzen dieses einzigartige Produkt um die digitale Dimension.

Infokasten Thilo Koslowski

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