Der Audi Ultra Store in der Concept Mall „Bikini Berlin“ sorgt für Furore und soll eine Beziehung zwischen Kunden und Marke schaffen.
Der Audi Ultra Store in der Concept Mall „Bikini Berlin“ sorgt für Furore und soll eine Beziehung zwischen Kunden und Marke schaffen. Bild: Audi

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihr Job ist es, Audi zur Premium Digital Car Company zu machen. Was ist wichtig und welche Meilensteine gibt es auf dem Weg dorthin?
Für mich umfasst der Begriff „Premium Digital Car Company“ mehrere Aspekte. Ein wesentlicher Punkt der Digitalisierung ist es in unseren Augen, das Leben unserer Kunden einfacher zu machen, beispielsweise mit zukunftsweisenden, komfortablen Bedienkonzepten wie im neuen A8. Das Leben unserer Kunden muss auch sicherer werden. Hier sind unsere Fahrerassistenzsysteme absolut wegweisend. Außerdem soll Premium-Mobilität erreichbarer sein, auch für Kunden, die sich bisher keinen Audi geleistet hätten.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Naja, bei den Autopreisen bezweifle ich das …
Wir sehen uns die Entwicklung unserer Kundensegmente sehr genau an. Wir sind beispielsweise davon überzeugt, dass es Kunden gibt, die ganz spontan Lust haben, einen Sportwagen zu fahren. Für Gelegenheiten wie diese wollen wir Premium-Erlebnisse schaffen – für jeden, auch wenn er sich keinen Audi kaufen kann oder möchte. Damit erweitert sich unser Markt. Zum einen bedienen wir weiter unsere Premiumkunden und schaffen zum anderen für neue Kunden Premium-Mobilitätsangebote als Einstieg in die Marke Audi.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Aber wird so etwas bezahlbar sein?
Warum nicht? Ein Gefühl von Luxus – auch wenn es vielleicht nur für zwei Stunden ist – wird für weite Kundensegmente leistbar sein. Unser Ziel ist breit zugängliche Premium-Mobilität!

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was sind Ihre Meilensteine bei der Umsetzung?
Wir arbeiten systematisch Roadmaps ab, in denen die Schritte in Form von neuen Kundenangeboten klar definiert und sequenziert sind. So haben wir im vergangenen Jahr beispielsweise unsere Online-Used-Car-Plattform scharf geschaltet. Die digitale und reale Welt verschmelzen weiter. Schon heute erleben Sie in der Audi-City unsere Modelle in einer Virtual-Reality-Experience. Die Händler können ja nicht mehr alle Modelle auf dem Hof stehen haben. Dennoch: Die Händler bleiben das Rückgrat unseres Geschäfts. Außerdem entwickeln wir zubuchbare Funktionen, die erstmals beim Audi e-tron angeboten werden. Ob Entertainment-Features oder Infotainment-Erweiterungen – zeitlich flexibel und bequem über die myAudi App.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Welche Rolle spielt dabei Ihre Tochtergesellschaft Autonomous Intelligent Driving GmbH?
Sie ist die Tech-Speerspitze für autonomes Fahren – quasi unser Speed-Boot zu Level 5. Parallel verfolgen wir Audi-intern weiterhin die sukzessive Entwicklung hoch- und vollautomatisierter Fahrfunktionen in unseren Serienmodellen, also Staupilot, pilotiertes Parken oder Autobahnpilot.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie weit sind Sie mit dem Thema Konzern-Ökosystem?
Wir entwickeln derzeit eine gemeinsame Digital-Plattform. Sie heißt ODP – One Digital Platform – und wird konzernweit ausgerollt. Diese Plattform ist die Basis dafür, dass Kunden ihre Autos aus dem VW-Konzern kompatibel nutzen können und die Bedienung einen hohen Wiedererkennungswert über die Marken hinweg hat. Am Ende wird es möglich sein, dass Ihre Navigationsziele und Ihre Lieblingsmusik bereits geladen sind – gleich, ob Sie in Ihren Golf einsteigen oder in Ihren Q8. Damit wird unser Konzern-Ökosystem auch für externe Partner extrem attraktiv. Die User Interfaces werden aber natürlich markenspezifisch differenziert sein und den Charakter der jeweiligen Marke optimal widerspiegeln.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wann ist das System soweit?
Wir bauen diese Plattform im Moment auf. Dazu stimmen wir uns eng im Konzernverbund ab. Den Zeitplan dazu kann ich Ihnen allerdings noch nicht verraten.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wer treibt dieses Projekt bei Ihnen voran?
Jetzt schließt sich der Kreis wieder: Die digitale Baureihe kümmert sich sehr stark darum, dass die Architektur der ODP zu unseren Anforderungen passt. Audi entwickelt gleichzeitig zusammen mit den Konzern-Kollegen eine kompatible Elektronik-Plattform, die dann auch in Architekturen wie MEB und PPE Anwendung findet. Die ODP kann damit über die verschiedensten Fahrzeuge und Plattformen ausgerollt werden. Hier spielen wir unseren Konzern-Wettbewerbsvorteil konsequent aus und nutzen Synergien, um die Technik schneller, besser und effizienter auf den Markt zu bringen.

Zur Person - Dr. Roland Villinger
  • wurde am 15.10.1965 in München geborener studierte an der LMU Betriebswirtschaft und Organisationspsychologie
  • anschließend machte er an der University of Cambridge 1991 noch den Master in Finanzwissenschaften
  • zwischen 1991 und Mitte 2016 war Villinger bei McKinsey; 16 Jahre davon im Ausland (1998-2014) unter anderem in Asien und im Silicon Valley
  • Villinger promovierte zusätzlich noch in Cambridge im Bereich Internationales Management und M&A
  • seit 1. Oktober 2016 ist er Chief Strategy Officer (CSO) und Chief Digital Officer (CDO) der Audi AG

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