ZF CEO und CTO Dr. Stefan Sommer in einer Interview-Situation. Er beantwortet eine Frage und erklärt

Dr. Stefan Sommer, CEO und CTO von ZF: "Es bedarf einer anderen, agileren Arbeitsweise an der Schnittstelle zu Nvidia, die durchaus Spannung im Unternehmen erzeugt." Bild: ZF Friedrichshafen

AUTOMOBIL PRODUKTION: Herr Dr. Sommer, im Mai sind Sie fünf Jahre CEO von ZF. Ihr Fazit?
Es war eine sehr spannende Zeit, die viel Spaß gemacht hat, und längst noch nicht zu Ende ist. Die Entwicklung von ZF spricht für sich und es macht mir Freude zu sehen, wie heute das Unternehmen dasteht und sich auf die Zukunft vorbereitet.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie traten mit dem Ziel an, auf Augenhöhe mit Bosch und Continental zu gehen. Wo stehen Sie?
Auf Augenhöhe mit Bosch und Continental sind wir noch nicht. Da fehlt uns sicherlich für die gesamte Breite der Technologiekompetenz noch etwas. Aber wir haben das Ziel, in einiger Zeit auf Augenhöhe zu kommen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Können Sie sich gemeinsame Projekte mit Bosch und Continental vorstellen?
Wo es Sinn macht auf jeden Fall. Wir haben keine Animositäten. Außerdem unterhalten wir erfolgreiche Zulieferbeziehungen: Bosch und Continental liefern an uns. Und wir wiederum liefern ihnen erfolgreich zu. Selbstverständlich könnten wir uns vorstellen, in jenen Feldern als Industrie-Partner zusammenzuarbeiten, wo wir uns vernünftig ergänzen.

Dieses Interview und viele weitere Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der AUTOMOBIL PRODUKTION.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ist schon etwas in Planung?
Nein.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Sie hatten angekündigt, die Lieferantenbasis von 3.500 auf 2.000 abzuspecken. Inzwischen haben Sie Ihr Einkaufsvolumen mit TRW zusammengelegt. Mit welchem Effekt?
Wir haben das Einkaufsvolumen gebündelt und den Einkauf komplett konsolidiert. ZF und TRW haben eine gemeinschaftliche Lieferantenbasis, die nun schon fast ein Jahr alt ist.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie viel haben Sie eingespart?
Eine Milliarde Euro über drei Jahre. Wir sind gut unterwegs.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihre Zielrendite beträgt für 2016 sechs Prozent. Wo soll die mittelfristig hin?
Wir haben die Zielrendite so formuliert und erwarten auch, dass wir sie für 2016 erreichen. Künftig wollen wir noch etwas höher als sechs Prozentliegen. Konkreter haben wir die Zielrendite nicht formuliert, weil wir auch weiter in Technologie investieren wollen, was das Ergebnis natürlich beeinflusst.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ihr Wachstum beträgt fünf Prozent. Halten Sie das über eine längere Zeit durch?
Unser Planungshorizont beträgt drei Jahre - das meiste ist gebuchtes Geschäft – daher sind wir relativ sicher, dass wir das Wachstum durchhalten. Natürlich nur, wenn sich die Konjunktur in den Regionen so entwickelt, wie wir es in der Planung annehmen. Wir gehen von einem niedrigen aber stabilen Wachstum in Europa und USA aus. In China wird es sich um die Ziele des 5-Jahres-Plans bewegen, also um 6,5 Prozent. Brasilien und Russland sehen wir auf einem deutlich niedrigeren Niveau, und das wird wohl leider zunächst so bleiben. Wenn unsere Annahmen so stimmen, dann werden wir mit fünf Prozent Wachstum durch die nächsten drei Jahre gehen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Schafft das Unternehmen diesen Speed?
Wir investieren ordentlich in dieses Tempo. Wir sind im Hochlauf unserer Getriebeaktivitäten und haben hier mehrere Neuanläufe. Auch die Airbag-Technologie ist ein starker Wachstumstreiber. Wir sind zuversichtlich, unsere Wachstumsziele auch zu erreichen.