Neben Orchestrierung der Maschinen kann die Software aber auch Arbeitern Anweisungen für weitere Produktionsschritte geben, sollte beispielsweise eine manuelle Nachbearbeitung einzelner Produkte notwendig sein. Das geschieht auch mithilfe von Augmented-Reality-Brillen, die Daten zum Arbeitsvorgang in das reale Blickfeld einblenden. Auf der Messe produziert die vernetzte Fabrik Schlüsselanhänger, die mit einem Sensor-Tag versehen sind und den die Besucher mit nach Hause nehmen können.

Der Sensor-Tag übermittelt die Daten seiner Sensoren an das Smartphone des Besitzers. Mithilfe der eigens von SAP entwickelten App ‚IoT Simulator’ lassen sich die Daten abrufen und in verschiedenen Szenarien, die sich auch selbst erstellen lassen, anwenden. So kann man anhand der Werte Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichteinfall beispielsweise jederzeit prüfen, ob am Arbeitsplatz gesunde Arbeitsbedingungen herrschen. Falls kritische Werte überschritten werden, schlägt die App Alarm und mögliche Lösungen vor.

Ausfälle von Maschinen und Produktionsanlagen kosten viel Geld. Doch mit ‚Predictive Maintenance’ und dem digitalen Zwilling, der die echte Maschine eins zu eins abbildet, lassen sich solche Ausfallzeiten minimieren und der Bedarf an Ersatzteilen besser planen. Im ‚Digital-Service’-Szenario, das unter anderem von Mitsubishi mitentwickelt wurde, können die Messebesucher eine humanoide Roboterhand bestaunen.  Per QR-Code können technische Daten des Roboterarms abgerufen werden.

Im Falle eines Defekts lässt sich automatisch der am besten geeignete Techniker bestimmen, der dann mit den entsprechenden Ersatzteilen anreisen kann. Das führt dazu, dass Servicetechniker weniger Ausrüstung mitführen müssen und die Stillstandzeiten durch fehlende Ersatzteile reduziert werden. Vor Ort kann der Techniker den Roboter mithilfe einer Augumented-Reality-App ‚röntgen’, um das defekte Bauteil leichter zu identifizieren. Anleitungen zum Wechsel des Bauteils ermöglichen dem Servicepersonal außerdem auch, ungewohnte Reparaturen außerhalb der Routine schnell und fachgerecht durchzuführen. Die erhobenen Daten helfen den Konstrukteuren außerdem, die Produkte zielgerichtet zu optimieren und somit noch langlebiger zu machen.

Visionen für Industrie 5.0

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam weiter voran und wird – auch wenn alle Maschinen vernetzt sind – keinen Halt einlegen. SAP hat bereits die Vision für die nächste Evolutionsstufe formuliert: „Für Industrie 5.0 stellen wir uns eine Fertigung vor, die sehr stark durch maschinelles Lernen geprägt ist“, erklärt Tanja Rückert. Die Koordination zwischen Menschen und Maschinen werde vermehrt automatisch stattfinden und die dazugewonnene dezentrale Intelligenz unsere menschliche Intelligenz ergänzen. Interessierte erfahren mehr über SAP Leonardo auf der Veranstaltung SAP Leonardo Live – IoT for Business in Frankfurt vom 11. bis 12. Juli 2017.