| von Jeanette Rohr, SAP News Center
SAP-Empfehlungen für den Aufbau von Artificial Intelligence im Unternehmen
SAP-Empfehlungen für den Aufbau von Artificial Intelligence im Unternehmen. Quelle: SAP

Die Zukunft der Arbeit steht in direktem Zusammenhang mit der Einbettung von maschinellem Lernen in alle Facetten eines Unternehmens. Es gilt als sicher, dass ML in vielen Aufgabenbereichen Potenzial zur Automatisierung erschließen wird. Experten führen eine kontroverse Debatte darüber, welche und wie viele Jobs von dieser Automatisierung betroffen sein werden. Schätzungen reichen von 5 bis 47 Prozent aller Tätigkeiten.

Andererseits wird maschinelles Lernen auch Arbeitsplätze schaffen – nicht zuletzt deshalb, weil man Spezialisten brauchen wird, um ML-Systeme zu entwickeln und effizient zu nutzen. Davon abgesehen werden menschliche Originalität, Kreativität und Innovationsfähigkeit gefragter sein als je zuvor, was gänzlich neue Berufsbilder entstehen lassen wird. ML könnte auch dem durch den demografischen Wandel bewirkten Arbeitskräftemangel in Europa entgegenwirken und den Druck auf Firmen reduzieren, ihre Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern.

Die genauen Auswirkungen vorherzusagen ist schwierig, doch künstliche Intelligenz wird voraussichtlich evolutionär und nicht revolutionär sein. „Die meisten dieser Entwicklungen stehen allerdings erst in der Zukunft bevor und überschreiten das, was derzeit im Bereich des maschinellen Lernens möglich ist“, sagt Markus Noga, der das ML-Team der SAP leitet. „Wir haben die Fäden in der Hand und können aktiv mitgestalten, was in welchem Umfang automatisiert wird. Letztendlich ist es unser Ziel das menschliche Potential durch Technologie zu erweitern und nicht einzuschränken.“

SAP Chief Innovation Officer Jürgen Müller hält die sogenannte ,dark factory’, in der kein Licht mehr brennt, weil Maschinen zum Arbeiten keines brauchen, für nicht realistisch. „Maschinelles Lernen kann sehr spezifische Aufgaben automatisieren, doch so vielseitig wie ein Mensch ist künstliche Intelligenz noch lange nicht – falls sie es jemals sein wird. Die Zukunft der Arbeit wird deshalb vor allem vom Zusammenspiel von Menschen und Maschinen geprägt sein. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Menschen künstliche Intelligenz nutzen, um ihre eigenen Fähigkeiten zu ergänzen und zu verbessern, und nicht etwa mit ihr in Konkurrenz treten.“

Welche Weichen jetzt gestellt werden müssen und was SAP empfiehlt

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Europa die Chancen, die sich besonders im B2B-Markt bieten, wahrnehmen. Dazu müssen legitime Bedenken adressiert werden. Im SAP Thought Leadership Paper werden konkrete Empfehlungen für die europäische Politik und Wirtschaft ausgesprochen, um gemeinsam den Einsatz und die Weiterentwicklung von KI-Technologien in Europa zu beschleunigen.

Dazu ist es wichtig, einen gesellschaftlichen Dialog zwischen allen beteiligten Interessensvertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft innerhalb der Mitgliedsstaaten, aber auch auf EU-Ebene, in Gang zu setzen, um eine gemeinsame Vision für künstliche Intelligenz in Europa zu entwickeln.

SAP spricht sich für einen einheitlichen Rechtsrahmen innerhalb der EU aus, der sowohl die Entwicklung von KI als auch die Förderung groß angelegter Forschungs- und Innovationscluster begünstigt. Diese sollen ML-Modelle durch partnerschaftliche Arbeit und die Verwendung großer Datensätze noch zuverlässiger und robuster machen, sowie Forschungsprojekte zur Zukunft der Arbeit ins Leben rufen.

Die Förderung ML-relevanter Fähigkeiten und Kompetenzen bei Mitarbeitern steht ebenfalls sehr weit oben auf der Liste. Nicht nur müssen zukünftige Berufsanwärter auf Tätigkeiten in einer KI-basierten Umgebung vorbereitet werden; die Industrie muss auch dafür Sorge tragen, dass die derzeitige Arbeitnehmerschaft entsprechend weiterqualifiziert wird.

Elementar wichtig für die Entwicklung künftiger ML-Lösungen ist die Verfügbarkeit von Trainingsdaten für maschinelles Lernen. Dazu sollen im Rahmen der existierenden Datenschutzrichtlinien technische und administrative Hürden abgebaut werden, um die Nutzung der Daten etwa mittels des Open Data Portals seitens der öffentlichen Verwaltung möglich zu machen.

SAP schlägt weiterhin vor, einen Verhaltenskodex zum Thema ‚Good AI Governance and Business Practices‘ zu erstellen, in dem sich die Industrie auf Grundprinzipien und konkrete Vorgehensweisen zur Sicherung von ethischen und rechtlichen Standards bei der Entwicklung und Anwendung von ML-Lösungen verständigt.

Darüber hinaus sieht SAP den öffentlichen Sektor in Europa in der Verantwortung, Vorreiter beim Einsatz künstlicher Intelligenz zu werden, um die konkreten Vorteile für die Bürger greifbar zu machen und ein breiteres Verständnis darüber zu schaffen, was KI leisten kann. Dasselbe gilt für den Mittelstand, das Rückgrat der europäischen Wirtschaft – hier verspricht die Nutzung von KI große Chancen, um die Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen zu beschleunigen.

„Der Mensch muss im Mittelpunkt jeglicher Diskussion um künstliche Intelligenz stehen“, so Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands der SAP und verantwortlich für Produkte & Innovation. „Um sowohl die Bedenken der Menschen zu adressieren als auch wirtschaftliche Chancen zu nutzen, ist es wichtig, dass Europa einen eigenen Weg für die Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz findet. Die Industrie muss Vertrauen in diese Technologien schaffen. Als SAP möchten wir hier eine Führungsrolle einnehmen.“

Ausführlichere Informationen zur Position von SAP finden Sie hier.

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