Klaus Frenzel von Daimler

Klaus Frenzel von Daimler sprach bei SAP darüber, wie man modernen Luxus entwirft. Bild: SAP

Als Leiter des Bereichs Digital Design & Design Beyond the Car bei Daimler brüten Klaus Frenzel und sein Team über Zukunftstrends und das Design der nächsten Fahrzeuggeneration. Egal, ob geräumige Familienkutsche, mit der man sich autonom fahren lassen kann oder schicker Sportwagen, um damit durch die Stadt zu cruisen, die Design-Teams bei Mercedes-Benz und den anderen Daimler-Marken arbeiten an eleganten und intelligenten Lösungen, um uns von A nach B zu bringen.

Von fünf zu fünfhundert

Frenzel sprach vor einem großen SAP-Publikum in Walldorf und wurde per Livestream als Teil der Design-Talk-Serie in alle Standorte rund um den Globus übertragen. Wie auch bei SAP, hat das Thema Design bei Mercedes-Benz im Laufe der Jahre stark an Bedeutung gewonnen. Gab es dort in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts sehr wenige Designer, so sind es heute über fünfhundert. Das Unternehmen bezeichnet sich inzwischen generisch als ‚Mobilitätsanbieter’. Eine Entwicklung, die maßgeblich von Designern vorangetrieben wird.

Im Rahmen der SAP Design Talks sind regelmäßig Vertreter der internationalen Design-Welt bei SAP zu Gast. Die Veranstaltung findet für SAP-Mitarbeiter an verschiedenen Standorten statt.

Emotional, intelligent und luxuriös

Das Motto des Design-Teams lautet ‚moderner Luxus’ und durchdringt alles, was das Team gestaltet. Aber was genau ist Luxus? „Das ändert sich ständig“, meint Frenzel. „Was sich hingegen nicht ändert, ist, dass es sich dabei immer um das Seltenste und Begehrenswerteste zu einem gegebenen Zeitpunkt handelt.“ Das Team hat also die Aufgabe, den Luxus der Zukunft zu erschaffen. Was auch immer dabei herauskommt, es muss sowohl Sinnlichkeit als auch Klarheit zum Ausdruck bringen. Das ist quasi der doppelte Lackmustest, den jedes Mercedesprodukt und -konzept bestehen muss, bevor es zum Kunden gelangt.

Während der Job eines Designers einerseits darin besteht, Fahrzeuge emotional, intelligent und luxuriös zu gestalten, muss er andererseits gleich ganze Zukunftsszenarien dazu mitentwerfen. Daher befasst sich Mercedes nicht nur mit Autos. Mercedes konzipiert und schafft vielmehr ganze Erlebniswelten, die weit über das traditionelle Automobildesign hinausgehen und das gesamte digitale Umfeld im und um das Auto herum miteinschließen. Zu dieser Erlebniswelt gehören mobile Endgeräte, mobile Services (wie Car2Go, MyTaxi, Croove, Moovel oder Blacklane), intelligente Einparkhilfen für autonome Fahrzeuge sowie effiziente Ladeoptionen für Elektroautos.

Das Design-Team geht jedoch sogar noch einen Schritt weiter und entwirft gerade mit ausgewählten Partnern edle Leuchten, hochwertige Bekleidung, High-End-Flugzeuginterieur und beteiligt sich sogar am Design Londoner Luxusapartments. Und als wäre das nicht schon genug, befassen sich die Designer zudem noch mit dem Thema Mobilität in der Stadt der Zukunft. Es ist also ein wahrhaft weites Feld, das Mercedes da bestellt.

Frenzel betont, dass die Hauptaufgabe eines Designers bei Mercedes-Benz darin liegt „Emotionen ins Produkt und das Unternehmen einfließen zu lassen.“ Auf die Frage, ob auch Business-Software emotional sein sollte, hat er eine klare Antwort: „Business-Software richtet sich an Menschen. Wir sind Menschen, also sollte sie uns ansprechen. Sie sollte sogar so gut sein, dass wir sie lieben!“