Aston Martin will mit neuen Modellen bis 2016 die Gewinnzone erreichen. Dazu beitragen soll eine

Aston Martin will mit neuen Modellen bis 2016 die Gewinnzone erreichen. Dazu beitragen soll eine Stufenheck-Variante des hier zu sehenden Aston Martin Rapide. Von dem Fahrzeug sind jetzt Erlkönig-Fotos in England aufgetaucht.

Die jetzt durch die hinter Aston Martin stehenden Geldgeber freigegebenen Finanzmittel in Höhe von umgerechnet etwa 615 Millionen Euro bedeuten das größte Investmentprogramm in der 101-jährigen Geschichte der britischen Traditionsmarke. Das Geld kann Aston Martin gut gebrauchen. In den vergangenen Jahren hatte einer der letzten unabhängigen Luxusautohersteller den Anschluss an die unter das Dach großer Konzerne geschlüpften Konkurrenten wie Porsche, Bentley, Maserati und Jaguar Land Rover (JLR) deutlich verloren. Zum Vergleich: Während die inzwischen zum indischen Tata-Konzern gehörende JLR-Gruppe im vergangenen Jahr einen Gewinn von umgerechnet knapp 1,6 Milliarden Euro erwirtschaftete, kassierte Aston Martin einen Verlust von 30 Millionen Euro. Auch der weltweite Boom im Luxusauto-Segment fand weitgehend ohne Aston Martin statt: Während laut Zahlen von IHS Automotive in den vergangenen Zahlen der weltweite Absatz von Luxusautos um über 80 Prozent zulegte, mussten sich die Briten mit einem Zuwachs von fünf Prozent bescheiden.

Das Investitionsprogramm jetzt soll die Wende bringen. Innerhalb der nächsten drei Jahre wollen die Briten den Absatz von etwas über 4.000 auf 7.000 Fahrzeuge jährlich erhöhen. Bereits 2016 soll Aston Martin wieder Gewinne schreiben, erklärte Aston Martin-Finanzvorstand Hanno Kirner dem Branchenblatt Automotive News Europe: “Sobald wir die Investitionsphase hinter uns gelassen haben, sind wir sehr, sehr zuversichtlich, nachhaltige Gewinne zu schreiben”.

Erlkönig-Fotos von Stufenheck-Limousine aufgetaucht

Bei der Rückkehr in die Gewinnzone soll Aston Martin eine Ende vergangenen Jahres vereinbarte Partnerschaft mit Daimler helfen. Die Mercedes Tuning-Sparte AMG beliefert Aston Martin künftig mit Motoren, dafür erhalten die Stuttgarter Anteil von bis zu fünf Prozent an dem britischen Sportwagenhersteller. Durch die Übereinkunft sparen die Briten, deren eigene Aggregate als veraltet gelten, Entwicklungskosten in dreistelliger Millionenhöhe. Ob das für die Entwicklung gesparte Geld in die Entwicklung eines SUV fließt, einem Segment, in dem die Luxus-Konkurrenz mächtig aufrüstet, ist ungewiss. 2009 hatte Aston Martin in Genf mit dem Konzept-Car Aston Martin Lagonda eher Kopfschütteln geerntet. Dass das Modell zur Serienreife geführt wird, gilt als unwahrscheinlich. Dagegen wird in der Autoszene seit Auftauchen von entsprechenden Erlkönig-Fotos heftig darüber spekuliert, dass Aston Martin den Namen der einstigen Nobelmarke “Lagonda” an einer Stufenhecklimousine wieder aufleben lassen könnte. Bei dem Sondermodell soll es sich um eine Stufenheck-Variante des viertürigen Aston Martin Rapide handeln.

Vielleicht gibt es bis zur offiziellen Vorstellung des Modells ja auch einen neuen Chef bei der britischen Traditionsmarke. Seit Ulrich Bez im Februar an die Spitze des Aufsichtsrates gewechselt hat, ist die Position des CEO vakant. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich problematisch und wird von Branchenkennern als Gratmesser für die schwierige Lage der Traditionsmarke gesehen.

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Frank Volk