Audi Q5 breit

Anfang 2016 sollen im mexikanischen San Jose Chiapa die ersten Geländewagen vom Typ Q5 vom Band rollen. - Bild: Audi

Am Samstag legte Audi-Chef Rupert Stadler im mexikanischen San José Chiapa gemeinsam mit Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo Villarreal den Grundstein für den 13. Produktionsstandort der Audi-Gruppe. Anfang 2016 sollen dort die ersten Geländewagen vom Typ Q5 vom Band rollen.

“Mit dem Aufbau einer neuen Automobilproduktion in Amerika setzen wir unseren Fuß auf einen weiteren, für uns sehr wichtigen Kontinent”, sagte Stadler. “Damit stärken wir unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit.”

“Mexiko bietet Audi ein interessantes Umfeld”, führte Stadler weiter aus. “Es gibt hier zahlreiche Zulieferer, wir können die Dollareffekte gegen den Euro kompensieren und die über 40 Freihandelsabkommen Mexikos sichern eine gute Anbindung an den Weltmarkt.”

Auf einem 400 Hektar großen Gelände im Bundesstaat Puebla errichtet die VW-Tochter Montagehallen, Lackierereien, ein Presswerk und ein Ausbildungszentrum. Der Autokonzern investiert nach eigenen Angaben 900 Millionen Euro in Mexiko. Langfristig sollen 3.800 Arbeitsplätze in San José Chiapa entstehen. Bereits im August beginnen 36 mexikanische Jugendliche ihre duale Ausbildung bei Audi.

Audi schaut sich nach neuen Absatzmärkten um

Trotz der Krise auf Europas Automärkten steht die bayerische VW-Tochter derzeit recht gut da. Die ersten drei Monate des Jahres waren gemessen an den Verkaufszahlen das beste Auftaktquartal der Firmengeschichte. Zudem ist Audi der profitabelste deutsche Autobauer der Oberklasse.

Angesichts der schwachen Nachfrage in Europa muss sich allerdings auch die VW-Premiummarke nach neuen Absatzmärkten umschauen. “Für uns im Vorstand stellt der Bau des ersten Audi-Werks in Nordamerika eine große Chance dar”, sagt Stadler. “Ich halte es strategisch für außerordentlich wichtig, unsere Verkäufe neben Asien und Europa auf eine dritte Säule zu stellen.”

Stadler hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. “2020 wollen wir in ganz Nordamerika 300.000 Autos verkaufen, davon 15.000 in Mexiko”, sagt der Audi-Vorstand. Im vergangenen Jahr setzte Audi im Mexiko 9.500 Fahrzeuge ab.

Autosektor gewinnt in Mexiko an Bedeutung

Der Automobilsektor wird für Mexiko immer wichtiger. Bereits jetzt erwirtschaftet die Branche vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bereits 2018 könnte sie acht Prozent und damit genauso viel wie der Erdölsektor beitragen, prognostiziert der Analyst Marco Oviedo von der britischen Großbank Barclays.

Mexiko bietet den Konzernen nach Ansicht des Präsidenten des Verbandes des mexikanischen Automobilindustrie, Eduardo Solis, ein gutes Umfeld. Die geografische Lage zum wichtigen US-Markt, die zahlreichen Freihandelabkommen, gut ausgebildete Arbeiter und viele wichtige Zulieferbetriebe in unmittelbaren Nähe machen das Land als Produktionsstandort attraktiv.

Solis rechnet daher damit, dass sich weitere Autobauer dort ansiedeln. “Mexiko hat noch viel Potenzial für weiteres Wachstum”, sagte er Ende März auf dem mexikanischen Wirtschaftsgipfel. Auch der Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer, Johannes Hauser, glaubt an die Attraktivität des Standorts. “Audi wird nicht der letzte Automobilkonzern gewesen sein, der in Mexiko investiert”, sagt Hauser.

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dpa/Guido Kruschke