Audi Mexiko

Das Audi-Werk in San José Chiapa im mexikanischen Bundesstaat Puebla: Der in Mexiko gebaute Q5 soll ab dem Jahr 2016 erhältlich sein. Bild: Audi

Der Hersteller von Premium- und Geländewagen aus Ingolstadt baut derzeit ein Werk in Mexiko, um dort seinen populären Geländewagen Q5 zu bauen. Die dort produzierten Fahrzeuge sollen in den USA verkauft sowie nach Europa und auf andere globale Märkte exportiert werden.

“Mexiko ist der erste große Schritt, wird aber wahrscheinlich nicht der letzte gewesen sein”, sagte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler jüngst im Gespräch mit dem Wall Street Journal. “Wir sehen, dass die Audi-Marke sich hier in den USA wirklich gut entwickelt hat. Warum sollten wir nicht eines Tages 300.000 Stück verkaufen, wie es auch unsere Wettbewerber tun?”

Die Zahlen für das Jahr 2014 und den Ausblick auf das angelaufene Jahr 2015 will Audi am Dienstag (10.3.15) auf einer Pressekonferenz in Ingolstadt präsentieren.

Die drei großen deutsche Premiummarken – Audi, BMW und Daimler mit seiner Tochter Mercedes-Benz – vereinen bis zu 80 Prozent des Weltmarktes für Premiumfahrzeuge auf sich und liefern sich ein enges Rennen um die globale Weltspitze in dem Segment. 2014 behielt BMW die Führung mit 1,81 Millionen verkauften Fahrzeugen der gleichnamigen Marke. Audi kam mit 1,74 Millionen knapp dahinter, Mercedes-Benz verkaufte 1,65 Millionen Autos.

Die Planung für ein zweites Nordamerika-Modell sei noch immer in einem frühen Stadium, sagte Stadler. Es müsse zu den Modellen mit einem größeren Absatzvolumen gehören, um die Entwicklungskosten zu rechtfertigen.

Laut Scott Keogh, Präsident von Audi of America, habe Audi noch nicht entschieden, welches Modell in Nordamerika gebaut werden solle. Nach dem Q5 spreche vieles für einen weiteren Geländewagen, denn dies sei eines der am schnellsten wachsenden Segmente im US-Premiummarkt. “Zwei der drei größten Segmente fallen in die Kategorie Geländewagen, und sie wachsen weiter”, sagte Keogh. “Also müssen wir ganz klar Menge schaffen, damit das Werk ausgelastet ist, und sehr wahrscheinlich wird es in eine dieser Kategorien fallen.”

Im vergangenen Jahr konnte Audi den Absatz des Q5 in den USA um 5,1 Prozent auf 42.420 Fahrzeuge steigern. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Q5-Absatz hier mehr als verdoppelt. “Er ist der Verkaufsschlager von Audi in Amerika”, sagte Keogh. “Das Segment wächst, deshalb sehen wir weiteres Aufwärtspotenzial.”

Audi liegt in den USA hinter BMW und Mercedes, wächst aber schneller als die Konkurrenten aus München und Stuttgart. Im vergangenen Jahr steigerte die VW-Tochter ihre Verkaufszahlen um 15,2 Prozent auf 182.011 Fahrzeuge, getrieben von der Nachfrage nach dem Q5 und dem US-Marktdebüt des beliebten A3.

BMW hatte 2013 den Thron auf dem US-Markt kurzfristig ans Mercedes abgeben müssen, zog vergangenen Jahr aber wieder an der Daimler-Tochter vorbei und setzte 339.738 Fahrzeuge ab. Das waren 9,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Mercedes steigerte den Absatz im gleichen Zeitraum um 5,7 Prozent auf 330.391 Pkw und leichte Lkw.

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William Boston, Dow Jones Newswires/ks