EMissionen einer Fabrik

Sowohl Automobilhersteller als auch Zulieferer haben einer Studie zufolge noch großes Potenzial für die Optimierung ökologischer Maßnahmen.

| von Götz Fuchslocher

Das Potenzial für ökologisch nachhaltiges Wirtschaften ist in der Automotive-Branche noch nicht ausgeschöpft, stellen die Experten des Beratungsunternehmens Staufen im Rahmen einer Studie fest. Um die wichtigsten Stellhebel zu verdeutlichen, hat Staufen aus den Ergebnissen der Befragung zwei Green Indizes abgeleitet: den Green Awareness Index und den Green Maturity Index.

Die erste Kennzahl - dargestellt als Dezimalwert zwischen eins und vier - gibt an, inwieweit die einzelnen Unternehmen Nachhaltigkeit und Ökologie als Herausforderung für ihr Unternehmen erkannt haben und welche Faktoren die Umsetzung vorantreiben. Die zweite Kennzahl beschreibt den Reifegrad der Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den einzelnen Unternehmen. In die Berechnung eingeflossen sind Staufen zufolge Angaben zum Fortschritt der Umsetzung, der Tiefe der Durchdringung sowie der thematischen Breite. Der aktuelle Green Awareness Index liegt laut der Studie bei 3,23 Punkten. Dies zeige deutlich: Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz seien in der Autobranche angekommen. Der Studie zufolge gibt es nur noch wenige Unternehmen mit einer geringen Aufmerksamkeit für diese Themen. Dies führe jedoch nicht unbedingt zum raschen Handeln, denn der Green Maturity Index falle mit 2,36 Punkten eher niedrig aus, heißt es weiter. Dabei zeige sich auf Unternehmensebene ein leicht höherer Reifegrad (2,70) als in der Supply Chain (2,02).

Ein großes Hemmnis für mehr Nachhaltigkeit in der Automobilbranche ist Staufen zufolge die offenbar fehlende wirtschaftliche Rentabilität vieler ökologischer Maßnahmen. Gut drei Viertel der für die Studie befragten Unternehmen würden einräumen, dass bei ihnen die kaufmännische Sicht den ökologischen Blick dominiere. Trotzdem würden sowohl OEMs als auch deren Lieferanten Wert auf eine ökologisch ausgerichtete Supply Chain legen. Die OEMs empfinden sich der Studie zufolge hier als Vorreiter, mehr als 60 Prozent hätten bereits eine Nachhaltigkeitsbewertung als Vergabekriterium bei der Lieferantenauswahl festgelegt. Zum Vergleich: bei den Zulieferern gelte dies für ihre eigenen Lieferanten nur bei etwa 40 Prozent.

Häufig bestimmen betriebswirtschaftliche Aspekte das Handeln

Die OEMs stehen Staufen zufolge der Green Transformation offener gegenüber. Fast neun von zehn OEMs sehen sich hier stark engagiert, aber nur jeder zweite Zulieferer. Dies betreffe vor allem die tieferen Stufen der Supply Chain: Unterlieferanten ab Tier 2 hätten hier klaren Nachholbedarf. Den Zulieferern sei dies bewusst. Ihre eigenen Lieferanten seien häufig weniger kooperationsbereit und engagiert für ökologische Aspekte. Das bedeute aber nicht, dass die einzelnen Glieder des Supply Chain gar nichts unternehmen. Doch ihre Anstrengungen konzentrieren sich laut Studie bislang eher auf Energie- und Materialeinsparung - betriebswirtschaftlich relevante Aspekte, die auch kostensenkend wirken. Doch vor allem in Sachen CO2-Neutralität haben die Zulieferer den Studien-Autoren zufolge noch aufzuholen.

Bei dieser Abstufung von OEMs hinunter zu den tieferen Gliedern der Lieferkette zeige sich deutlich der Einfluss der Endkunden, sagt Thilo Greshake, Leiter des Bereichs Automotive bei Staufen. "Ein hoher Markenwert vergrößert die Anstrengungen für Nachhaltigkeit, da ökologische Fragen in Kaufentscheidungen einfließen. Doch die OEMs können diesen Weg nur in Zusammenarbeit mit Zulieferern und deren Supply Chain gehen."

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