Jörg Burzer von Mercedes sieht China inzwischen auch als Exportland in der Zuliefererkette. Bild: Jürgen Wollf

Jörg Burzer von Mercedes sieht China inzwischen auch als Exportland in der Zuliefererkette. Bild: Jürgen Wollf

“China ist nicht mehr nur ein Beispiel für Lokalisierung”, sagt Burzer, “sondern auch für den Export”. So würden zum Beispiel Aluminium-Felgen mittlerweile aus China in den NAFTA-Raum ausgeführt. “Das hilft uns, Kapazitätsspitzen in der Zulieferkette auszugleichen – und wir müssen nicht extra ein eigenes Werk in der USA bauen.”

Burzer ist sicher: “China ist immer noch der am schnellsten wachsende Markt der Welt – und wird es auch noch lange bleiben.” Die Gründe sind die gleichen wie in der Vergangenheit: Es gibt immer noch wachsende Regionen und immer noch weite Gegenden mit geringer Fahrzeugdichte. Dazu kommt der anhaltende Trend, dass es immer mehr Menschen in die Städte zieht. Entsprechend die Zahlen, nicht nur, aber auch bei Mercedes: Allein im Werk bei Peking wurden bereits in der ersten Hälfte diesen Jahres 120.000 Fahrzeuge gebaut – so viele, wie im gesamten vergangenen Jahr.

Entsprechend werde sich die Zahl der lokalen Lieferanten bis 2020 vervierfachen, sagt Burzer voraus. Lokalisierung senke nicht nur die Logistik-Kosten, sondern bringe auch eine höhere Flexibilität und einen stärkeren Wettbewerb – nicht nur um die besseren Lieferkonditionen, sondern auch um die besseren Konzepte. Früher, so Burzer, habe die Lokalisierungsquote bei 40 bis 43 Prozent gelegen. Mittlerweile sei man – etwa mit der C-Klasse – bei 60 Prozent angekommen. “Und wir wollen das auf 80 Prozent steigern”, sagt Burzer. Die Steigerung der Quote gelte für alle Ebenen: “Anfangs betraf die Lokalisierung nur die Tier 1-Lieferanten, Das Ziel ist es, auch Tier 2 und Tier 3 mit einzubeziehen.”

Burzer ist dabei voll des Lobes: “Die Zulieferer in China haben einen exzellenten Standard bei Qualität und Flexibilität erreicht.”

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Jürgen Wolff/ks