Fertigung AvtoVaz

Hängen gelassen: Avtovaz ist beim Versuch gescheitert, seine wichtigsten Zulieferer zu einer Preissenkung zu bewegen Bild: Lada

Bereits vor einigen Wochen hatte Avtovaz das Zahlungsziel gegenüber seinen Zuliefern auf 60 bis 70 Tage erhöht, mit einem weiteren Vorstoß, die Kostenstruktur des größten russischen Autobauers mit seiner Kernmarke Lada im Produktionsbereich zu verbessern, ist Bo Andersson jetzt gescheitert. Wie die russische Wirtschaftszeitung Wedomosti berichtet, hatte Avtovaz versucht, gegenüber den wichtigsten Zulieferern eine Preissenkung um fünf Prozent zu erreichen. Damit kam Andersson aber nicht durch. Durch das Scheitern des Vorhabens ist der ohnehin hohe Sanierungsdruck bei Avtovaz weiter gestiegen. Auch im April war der Absatzrückgang bei der Kernmarke Lada mit 16 Prozent deutlich höher als der des Gesamtmarktes, der im Gefolge der Ukraine-Krise erneut um 8 Prozent einbüßte. Gegenüber der AUTOMOBIL PRODUKTION hatte Andersson die Produktionseffizienz im Werk in Togliatti als “inakzeptabel” bezeichnet. Avtovaz steht unmittelbar vor der Übernahme durch Renault-Nissan.

Die französisch-japanische Allianz wird noch in diesem Sommer die bereits beschlossene Übernahme von 74,5 Prozent Avtovaz-Anteile vollziehen, der Rest der Anteile verbleibt beim russischen Staat. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte im November vergangenen Jahres Andersson an die Spitze des russischen Autobauers geholt. Der 58-jährige Schwede verfügt über große Russland-Erfahrung und hatte vor seinem Engagement bei Avtovaz den russischen Hersteller Gaz mit einem knallharten Sanierunsgprogramm auf Kurs gebracht.

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Frank Volk