Klaus Franz Opel

Klaus Franz: Wir fordern seit langem, die GM-Marke Chevrolet künftig auch in Europa zu bauen. - Bild: Opel

“Wir fordern das seit langem. Das würde bestimmte Werke noch besser auslasten und wäre vor allem eine positive Nachricht für Bochum”, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der Nachrichtenagentur dpa. Dort könnten etwa der “Zafira-Doppelgänger” Orlando hergestellt werden.

Chevrolets aus Opel-Werken?

Nach den Angaben hatte GM-Chef Dan Akerson zuvor berichtet, der Konzern prüfe die strategische Entscheidung, Chevrolets für den europäischen Markt künftig in Europa statt in Südkorea zu fertigen. Da ein Vertrag bis 2014 neue Werke in Europa verbietet, müssten die zusätzlichen Autos gegebenenfalls in den Fabriken von Opel und Vauxhall hergestellt werden.

Dabei schmerze ihn allerdings, dass GM seine Strategie für Chevrolet in Europa erst jetzt überdenkt, sagte Franz. Denn der Betriebsrat habe im Zuge der Umstrukturierungsverhandlungen vorgeschlagen, die Schwestermarke im belgischen Antwerpen zu bauen. Das dortige Werk mit zuletzt rund 2.500 Beschäftigten ist inzwischen geschlossen.

Opel-Werke stark ausgelastet

Durch die Sanierung und die anziehende Nachfrage ist die Auslastung der übrigen Werke inzwischen aber stark gestiegen. “Unsere Auslastung im Zwei-Schicht-Betrieb wird auf rund 110 Prozent steigen. Gleichzeitig haben wir über die Einführung einer dritten Schicht noch Flexibilität nach oben”, sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke dem Magazin “auto motor und sport”. Stracke peilt 2011 operativ eine schwarze Null und 2012 deutliche Gewinne an.

Zudem will Opel Marktanteile zurückerobern: “Wir wollen in den nächsten fünf Jahren einen Marktanteil von 8,5 Prozent in Europa erreichen. Und wir denken, dass wir in Deutschland auf zehn Prozent kommen können – und das profitabel.” Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes hatte Opel in Deutschland in den ersten sieben Monaten 2011 einen Marktanteil von 8,0 Prozent nach 7,7 Prozent im Vorjahr.

Die GM-Hausmarke Chevrolet setzte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2011 in Europa 252.000 Autos ab. Im Opel-Heimatmarkt Deutschland lag der Marktanteil mit 15.077 Autos bei 0,9 Prozent. Mittelfristig will Chevrolet in Deutschland nach früheren Angaben aber 45.000 bis 60.000 Autos verkaufen. Die konzerninterne Konkurrenz durch Chevrolet fürchtet Franz nicht. Allerdings müsse der Vorstand Opel durch höhere Qualität bei Technologie und Design von der billigeren GM-Marke abgrenzen.

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dpa/Guido Kruschke