Smog über Peking

Nicht nur der Smog und Zulassungsbeschränkungen setzen dem Absatzwachstum in China Grenzen. Bild: alephnull - Fotolia.com

Audi hat in China in den ersten fünf Monaten des Jahres 217.910 Einheiten oder 18,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum abgesetzt. BMW und seine Marke MINI verkauften im gleichen Zeitraum 184.823 Einheiten oder 24,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Mercedes verzeichnete in den ersten fünf Monaten des Jahres einen Absatz von 112.507 Einheiten in China und damit einen Anstieg von 41,8 Prozent.

Gegenüber den Vorjahren scheinen sich die Wachstumsraten aber langsam abzuschwächen. Von 2010 auf 2011 hatte Audi seinen Absatz noch um 31,56 Prozent gesteigert. BMW und Mercedes steigerten ihren Absatz sogar um 50,6 Prozent bzw. 44,7 Prozent. Auch 2012 erzielten Audi und BMW noch zweistellige Wachstumsraten, während Mercedes gerade mal ein Plus von 1,36 Prozent schaffte. Im Jahr 2013 begannen sich langsamere Wachstumsraten auch bei Audi und BMW zu zeigen.

China Verkauf Premium-Marken

Absatz von Premium-Marken-Pkw in China. Quelle: IHS Automotive

Prognosen von IHS Automotive sagen für den Zeitraum ab 2017 bei allen drei Premium-Marken einstellige Wachstumsraten in China voraus. Die Zahlen spiegeln den allgemeinen Trend zu geringeren Wachstumsraten im chinesischen Pkw-Markt wider.

Die hohe Fahrzeugdichte in den Küstenregionen von China wird laut IHS weiter für den Großteil des Umsatzes sorgen, während in den Inlandsregionen und mittelgroßen chinesischen Städten vor allem lokal produzierte Marken nachgefragt werden. Dort werden laut IHS eher günstigere Modelle nachgefragt werden ? anders als in den Küstenregionen mit Städten wie Shanghai, Peking und Guangzhou.

Wachstum China Premium-Marken

Wachstum der deutschen Premium-Marken-Pkw in China. Quelle: IHS Automotive

Der Druck der chinesischen Regierung, die einheimische Marken fördern will, sowie die Aufforderung an öffentliche Stellen, sich bei Flottenverkäufen an lokale Produkte zu halten, werden IHS zufolge einen spürbaren Effekt auf den Markt haben.

Aber trotz der künftig niedrigeren Wachstumsraten bleibt der Markt attraktiv für die Premium-Hersteller, die weiter versuchen, ihre Absatzvolumina in China zu halten und auszubauen. Für Audi wird ein Absatz von über 600.000 Fahrzeugen im Jahr 2015 und von mehr als 700.000 Einheiten im Jahr 2017 prognostiziert. Die entsprechenden Zahlen für BMW lauten 450.000 Einheiten für das Jahr 2015 und 600.000 im Jahr 2020. Für Mercedes sehen die Analysten einen Absatz von 330.000 Einheiten im Jahr 2015 und einen Anstieg auf rund 450.000 im Jahr 2020 voraus.

Derzeit drängen einige Premium-Hersteller mit lokaler Produktion auf den chinesischen Markt. Mit dem Markteintritt von japanischen und amerikanischen Premium-Marken sowie Jaguar und anderen erweitert sich der Kreis der Akteure, die um einen Anteil am Markt kämpfen.

Und dem entgegenzuwirken, suchen Premium-Automobilhersteller auch den Einstieg in den Gebrauchtwagenmarkt. BMW zum Beispiel hat vor kurzem einen neuen Showroom für Gebrauchtwagen der Premiummarke in Shanghai eröffnet. Kalkül ist es, Käufer mit günstigeren gebrauchten Modellen anzuziehen – verbunden mit der Hoffnung, dass diese später, wenn sie ihre Autos zu ersetzen, Modelle der gleichen Marke kaufen, und so Markentreue zu schaffen.

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Andreas Karius / IHS