China Autos

Neuwagen warten im Chery-Werk in Wuhu auf ihren Weiterverkauf. - Bild: Xinhua/Hou Dongtao

Da viele chinesische Kunden von der Regierungspolitik beim Kauf eines Autos profitierten, kaufen jetzt, nach Ende der Förderpolitik, weniger Menschen neue Fahrzeuge in China. Daher lässt sich vermuten, dass sich die Stagnation des weltweit größten Automarktes kurzfristig nicht so einfach vertreiben lässt.

Die chinesischen Verkäufe von Automobilen, Geländewagen und Minivans sanken im Juli um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 957.724 Fahrzeuge, wie die Daten der China Passenger Car Association (CPCA) vom Montag zeigen. Auch der Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Juli 2010, welcher der härteste Monat letztes Jahr für den chinesischen Automarkt war, sei kein Grund zur Hoffnung, erklärte Rao Da, der Generalsekretär der Vereinigung. “Die Autohersteller und ?Händler werden erhöhte Lagerkosten haben, da die Produktion wohl in den kommenden Monaten über den schrumpfenden Verkaufszahlen liegen wird”, so Rao.

Auslaufendes Förderprogramm

Die Lokalregierung in Guiyang, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Guizhou, limitiert seit dem 11. Juli die Autokäufe und erhöhte so den Druck auf den chinesischen Fahrzeugmarkt weiter. Der Markt leidet ohnehin unter dem Ende des zweijährigen Förderprogramms der chinesischen Regierung und dem Erdbeben in Japan.

Umweltpolitik bremst. “Wenn die Lokalregierung die Limitierungsregelung nicht innerhalb der nächsten drei Monaten wiederruft, wird sie auch von kleineren Städten kopiert werden und so Chinas noch in der Entwicklung befindlichen Autoindustrie massiv schaden”, warnte Rao. “China muss andere Wege finden, um seine Treibstoff- und Verkehrsprobleme zu lösen, wie beispielsweise die Treibstoffsteuer zu erhöhen, so dass Fahrzeughalter ihre Autos weniger oft benutzen”, fügte er hinzu.

Fahrzeugnachfrage bereits gesättigt?

Cheng Xiaodong, der Chefautoanalyst des Zentrums, erklärte, dass die Marktnachfrage in den chinesischen Großstädten wie Beijing, Shanghai und Guangzhou bereits fast gesättigt sei und Autohersteller nur noch in kleineren Städten ihre Verkaufszahlen erhöhen können. Um aber Kunden aus diesen Städten, wo die Löhne noch tiefer sind, anzulocken, bleibt den Herstellern keine Wahl, als die Preise weiter zu senken, so Cheng. Er gab auch zu bedenken, dass der Trend anhalten dürfte, da die chinesischen Autolager alle überfüllt sind.

Andere Industrieanalysten sind der Meinung, dass die Preise 2011 gegenüber 2010 um durchschnittlich acht bis zehn Prozent zurückgehen werden. Die Statistiken der CPCA zeigen zudem, dass die chinesischen Marken während des ersten Semester über ein Prozent Marktanteil verloren und dieses Jahr nur noch 29 Prozent des Marktes versorgten, während es 2010 noch 30,5 Prozent gewesen sind.

Chinas Autohersteller müssen sich ohne Hilfe etablieren

“Die nächsten Jahre werden zu einer wichtigen Zeit für Chinas Autohersteller, um sich im Wettbewerb mit ausländischen Herstellern und Joint Ventures zu etablieren. In den kommenden Jahren dürfte ihnen wohl keine neue Regierungsregelung helfen”, meint Rao. Manche chinesische Autohersteller expandieren aber auch mehr im Ausland und verzeichnen höhere Exporte. Sie investieren besonders in anderen Schwellenländern massiv in den Aufbau von Produktionsstätten.

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China Daily/Guido Kruschke