Mercedes-Stern

Der Chef der Lkw- und Bus-Sparte in China soll einen Einheimischen beleidigt und mit Pfefferspray attackiert haben. Bild: Daimler

Die Situation eskalierte laut verschiedenen Medienberichten, nachdem sich der Daimler-Manager und ein chinesischer Bürger beim Einparken in die Quere gekommen waren. Augenzeugen zufolge habe der leitende Angestellte der Lastwagen-Sparte in China seinen Kontrahenten wüst beschimpft und die Einheimischen als "Bastarde" bezeichnet. Auch soll er mit Pfefferspray hantiert haben.

Ein solches Verhalten spiegle in keiner Weise die Werte von Daimler wider, teilte Daimler am Montag (21. November) in einer Erklärung mit. Das Unternehmen bedaure den Vorfall zutiefst.

Die Aussagen des Managers waren von chinesischen Medien und in sozialen Netzwerken öffentlich gemacht worden. Der Streit sei mittlerweile einvernehmlich beigelegt worden, die Auseinandersetzung eine "rein private Angelegenheit" des Managers gewesen. Das Unternehmen hatte sich bereits für das Verhalten des Mitarbeiters entschuldigt und Konsequenzen angekündigt.

Laut People's Daily soll es sich um Rainer Gärtner handeln, berichtet Reuters. Er leitet Daimlers China-Geschäft mit Trucks und Bussen.

Von wem die Aussagen des Managers veröffentlicht wurden, war nicht bekannt. In den sozialen Netzwerken attackierten viele Nutzer den Manager, mehrfach verbunden mit persönlichen Drohungen sowie der Veröffentlichung von Name, Adresse und Nummernschild. Er solle sich dafür offiziell entschuldigen, hieß es unter anderem auf Weibo. Andere Nutzer kommentierten, dass dieses Verhalten kein gutes Licht auf Deutschland und Ausländer in China werfe.

Die Attacken gegen Daimler in den sozialen Medien könnten laut Einschätzung von IHS Automotive die komplette Marketing-Strategie von Daimler in China gefährden. Ein eventueller Käuferboykott würde die zuletzt zweistelligen Wachstumsraten von Mercedes-Benz in China in Mitleidenschaft ziehen.