Wissmann

Die deutschen Hersteller und Zulieferer werden ihre Präsenz in dieser wichtigen Region weiter ausbauen. - Bild: VDA

Südostasien lockt deutsche Autobauer an. Das berichtet das “Handelsblatt” in seiner Ausgabe vom Donnerstag. Die Hersteller lockt ein seit Jahren boomender Markt: Eine aktuelle Studie des VDA und der Deutschen Bank sieht in der Region enormes Wachstumspotenzial.

Asean-Staaten wachsen zweistellig

“Die Asean-Staaten gehören zu den dynamischste Regionen weltweit: Seit mehr als zehn Jahren wächst der dortige Automobilmarkt um jährlich 14 Prozent”, sagte VDA-Matthias Wissmann im Gespräch mit dem “Handelsblatt”. Und führte weiter aus: “Die deutschen Hersteller und Zulieferer werden ihre Präsenz in dieser wichtigen Region weiter ausbauen”.

Doch bis heute sind die Märkte durch Zollbarrieren abgeschirmt. Wissmann mahnte deshalb mehr Einsatz der Politik an. Es sei unerlässlich, dass sich “die EU intensiv für mehr Freihandel mit den Asean-Staaten einsetzt”, forderte er.

Für die deutschen Hersteller geht es um eine wichtige Wachstumsregion. Der Pkw-Bestand in den sogenannten Asean-Staaten, zu denen neben Indonesien etwa Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam zählen, könnte laut der Studie von zuletzt 26 Millionen auf knapp 40 Millionen im Jahr 2015 steigen. Doch noch sind die Deutschen mit einem Marktanteil von einem Prozent lediglich Nischenanbieter.

Vorsprung der Japaner ist immens

Die Studie sieht jedoch bis zum Jahr 2020 ein Absatzpotenzial von etwa 185.000 Fahrzeugen für die deutschen Hersteller in der Region ? das wäre mehr als die deutschen Autobauer derzeit zum Beispiel nach Spanien exportieren.

Der Vorsprung der japanischen Hersteller ist allerdings immens. Dank bilateraler Handelsabkommen beherrschen sie ? etwa in Thailand oder Indonesien ? jeweils mehr als 80 Prozent des Markts. In der Asean-Region, einem Zusammenschluss von zehn Staaten mit mehr als 570 Millionen Einwohnern, stoßen europäische und amerikanische Autobauer teilweise auf Einfuhrzölle von bis zu 100 Prozent.

“Bereits heute werden in der Region mehr Fahrzeuge als in Russland oder Großbritannien verkauft”, sagte Wissmann. “Es ist daher eine kluge Strategie, diese Länder im Auge zu behalten.”

Handelsblatt/Guido Kruschke