Ein Bosch-Ingenieur hält eine Elektronikkomponente in der Hand.

60 Prozent der Deutschen wünschen sich dem Bosch KI-Zukunftskompass zufolge einen stärkeren Einsatz von künstlicher Intelligenz im industriellen Umfeld. Bild: Bosch

| von Götz Fuchslocher

Eine klare Mehrheit der Deutschen (60 Prozent) wünscht sich einen vermehrten Einsatz von industrieller KI, wie etwa bei der Herstellung von Autos oder Flugzeugen. Mehr als zwei Drittel der Deutschen befürworten zudem KI-basierte Lösungen bei der Diagnose von Maschinenfehlern sowie in High-Tech-Bereichen wie der Raumfahrt. Die Daten finden sich im Bosch KI-Zukunftskompass, für den 1 000 Deutsche ab 18 Jahren repräsentativ nach ihrer Haltung zur künstlichen Intelligenz befragt wurden.

Zustimmung für andere Bereiche geringer

In anderen Einsatzbereichen, etwa in der Krankenpflege oder bei der Anlageberatung, sind die Zustimmungsraten für den KI-Einsatz mit 40 Prozent beziehungsweise 31 Prozent deutlich geringer. Auch bei juristischen Entscheidungen oder der Vorauswahl von Kandidaten für eine offene Stelle vertrauen die Deutschen einem Menschen deutlich mehr als einer Maschine. Über alle Bereiche hinweg bewerten 53 Prozent der Deutschen den Einsatz von KI positiv, während 36 Prozent eher negativ eingestellt sind. Laut Bosch KI-Zukunftskompass denkt eine Mehrheit der Deutschen (53 Prozent), dass der Einsatz künstlicher Intelligenz für Unternehmen notwendig sei, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. 42 Prozent der Befragten glauben, dass große Probleme, wie beispielsweise Krankheiten oder Klimawandel, durch künstliche Intelligenz besser gelöst werden können.

Deutschland und Europa haben in der industriellen KI das Zeug zur Weltspitze“, sagte Michael Bolle, Bosch-Geschäftsführer sowie Chief Digital Officer und Chief Technology Officer, anlässlich der digitalen Vorstellung des Bosch KI-Zukunftskompass. Gerade beim KI-Einsatz im industriellen Umfeld, etwa in der Qualitätskontrolle, zur Verbesserung der Energieeffizienz oder der Effizienz in der Fertigung, sei das Fach- und Domänenwissen in Deutschland und Europa einzigartig. KI-Anwendungen werden sich laut Bolle nur dann durchsetzen, wenn Kunden und Anwender ihnen vertrauen. Deshalb brauche man klare, moralisch begründete Leitlinien nicht nur in Deutschland, sondern auf europäischer Ebene. Bosch habe sich mit einem KI-Kodex schon Anfang des Jahres einen klaren ethischen Rahmen gesteckt, so der Technik- und Digitalchef des Unternehmens.

Wie das Unternehmen mitteilt, macht es innerhalb der kommenden zwei Jahre 20 000 Mitarbeiter fit in KI. Bosch plant zudem, dass ab 2025 alle Bosch-Produkte über KI verfügen, damit entwickelt oder hergestellt werden sollen. „Dabei geht es nicht um den Einsatz von KI als Selbstzweck – sondern darum, Qualität und Nutzen unserer Lösungen für Kunden und Anwender weiter zu steigern“, so Michael Bolle.

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