Fahrzeugmontage mit Dürr-Technik.

Chinas Hunger nach zuverlässigen, energieeffizienten und stärker vernetzten Maschinen und Anlagen ist dem VDMA zufolge groß. Bild: Dürr

Im vergangenen Jahr lagen chinesische Maschinenproduzenten in der Rangliste der größten Exporteure erstmals weltweit an der Spitze. Bis 2035 strebe China eine technologische Vorherrschaft auf verschiedenen industriellen Feldern an. Für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland und Europa sei dies Chance und Gefahr zugleich, heißt es beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Gemeinsam mit dem Schweizer Maschinenbauverband Swissmem und dem China-Beratungsunternehmen Sinolytics hat der Verband eine Zwischenbilanz der "Made in China 2025"-Strategie erstellt.

Wechsel an der Spitze der größten Lieferländer

Einerseits stecke die Regierung in Peking umfangreiche Ressourcen in Forschung und Entwicklung, wovon nicht nur chinesische Unternehmen profitieren, sondern auch die exportorientierten Firmen aus Europa. Andererseits greife die chinesische Politik verstärkt in den Markt ein, etwa durch vorteilhafte Finanzierungsangebote oder einen eingeengten Zugang zu staatlichen Ausschreibungen. Dies führe eindeutig zu Wettbewerbsnachteilen für ausländisch investierte Unternehmen, sagt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft.

Betrug der Vorsprung Deutschlands auf China im Jahr 2019 noch 1,4 Prozentpunkte, erreichten die Maschinenausfuhren aus China 2020 165 Milliarden Euro und damit 15,8 Prozent des Gesamtexportvolumens, was einen Wechsel an der Spitze der größten Lieferländer bedeute. Deutschland exportierte im selben Jahr Maschinen- und Anlagen im Wert von 162 Milliarden Euro (Anteil: 15,5 Prozent).

China strebt technologische Autarkie im Maschinenbau an

"Eine starke wirtschaftliche Erholung in der EU könnte dafür sorgen, dass die Maschinenexporte aus Deutschland und anderen europäischen Ländern 2021 wieder stärker wachsen. Aber der langfristige Trend spricht klar für China", sagt Ackermann. Deutschland und die EU sollten aber nicht nach Protektionismus rufen, sondern dieser Herausforderung mit marktwirtschaftlichen Maßnahmen begegnen, so der Experte. In einigen Sektoren liege China noch zurück, etwa beim Einsatz von Industrierobotern. Das Reich der Mitte habe einen großen Hunger nach zuverlässigen, energieeffizienten und stärker vernetzten Maschinen und Anlagen. Der VDMA warnt allerdings davor, dass die Regierung in Peking eine technologische Autarkie im Maschinenbau anstrebe.

Insbesondere bei der Automatisierung und der Digitalisierung sieht man beim Verband noch erhebliche Potenziale auf dem chinesischen Markt. So verkündetet die Maschinenbau-Sparte Robotik und Automation Mitte Juni, dass man im laufenden Jahr mit einem Umsatzanstieg von elf Prozent auf 13,4 Milliarden Euro rechne, nach einem Rückgang von 18 Prozent 2020.

Speziell mit Blick auf China erwarten die deutschen Maschinenbau-Unternehmen im Gesamtjahr 2021 ein Umsatzplus von 17 Prozent. „Die Unternehmen erwarten, dass es nach einem stürmischen Wachstum im ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte auf niedrigerem, aber gutem Niveau weitergehen wird", erläuterte bereits im Mai Claudia Barkowsky, Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in China.

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