Volkswagen, SAIC, China, E-Mobility

VW-Chef Martin Winterkorn erklärt Han Zheng, Parteisekretär der Stadt Shanghai, die Vorteile und den Einsatz der 3D Kunststoff-Drucktechnik in der Produktion. Bild: Volkswagen

Eine entsprechende Vereinbarung haben nach VW-Angaben unter anderen Volkswagens Chinavorstand Jochem Heizmann und SAIC-Präsident Chen Zhixin am Mittwoch (3.6.) in Berlin unterzeichnet. Volkswagen will demnach in China künftig mehr als 15 Modelle mit Elektroantrieb anbieten. Damit reagiert der Autokonzern offenkundig auch auf immer strengere Umweltschutzvorgaben durch die chinesische Regierung. Damit werde schrittweise die vollständige Lokalisierung von Elektrofahrzeugen des Volkswagen-Konzerns in China umgesetzt, teilte Volkswagen mit. Darüber hinaus soll auch die Forschung im Bereich von Brennstoffzellen- und Plug-In-Hybridfahrzeugen ausgebaut werden.

Das erste allein von einem Elektromotor angetriebene Auto soll in Anting allerdings erst in “voraussichtlich vier Jahren” vom Band laufen, wie Volkswagen mitteilte. Zuvor schon wollen VW und SAIC in dem gemeinsamen Werk mit der Produktion eines weiteren neuen Fahrzeugs beginnen: Das Modell C Coupé soll dort nach der am Mittwoch unterzeichneten Vereinbarung vom Jahr 2016 an vom Band laufen. Ein VW-Sprecher ließ auf Anfrage offen, ob es sich dabei um ein rein konventionell oder hybrid angetriebenes Auto handelt.

Auch über den Umfang der Investitionen in das Werk Anting machte der Sprecher keine Angaben. Laut Volkswagen sind die Ausgaben aber Teil des Plans, zwischen 2015 und 2019 in China rund 22 Milliarden Euro zu investieren.

Volkswagen hatte schon im April bei der Automesse in Schanghai in Aussicht gestellt, Elektroautos speziell für den chinesischen Markt zu entwickeln. In vielen chinesischen Großstädten gelten wegen der starken Luftverschmutzung Zulassungsbeschränkungen, die Käufer elektrisch angetriebener Autos umgehen können. Zudem fördert die chinesische Regierung den Kauf von Elektroautos, sofern die Fahrzeuge in China selbst hergestellt wurden.

Für Volkswagen ist China der wichtigste Einzelmarkt: Der Autokonzern, zu dem auch Marken wie Audi, Skoda und Porsche gehören, lieferte in den ersten vier Monaten dieses Jahres mehr als jedes dritte Fahrzeug an einen Kunden in dem Land. Zum Beginn dieses Jahres registrierte Volkswagen allerdings eine Wachstumsdelle in China. Die Zahl der Auslieferungen in dem Land steigerte Volkswagen zwischen Januar und April im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 0,2 Prozent. Dies ist zum einen technisch begründet: Volkswagen rüstete Fabriken in China auf die Produktion neuer Modelle um. Zum anderen entschieden sich chinesische Autokäufer aber zunehmend für günstige Fahrzeuge einheimischer Hersteller.

Dow Jones Newswires/ks

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