Automarkt Europa

Die Kauflaune der europäischen Kunden ist nach wie vor blendend. Bild: Fotolia/Mirpic

Allerdings hatte es wegen des frühen Osterfestes im laufenden Jahr im April in vielen Ländern zwei Verkaufstage mehr gegeben. Auch mit Rückenwind durch diesen Kalendereffekt konnten die deutschen Hersteller ihren Absatz steigern: BMW und Daimler legten überdurchschnittlich zu, der VW-Konzern muss dagegen nach dem Abgas-Skandal weiter Marktanteile abgeben.

Bei der Kernmarke mit dem VW-Logo schrumpften die Verkaufszahlen im April weltweit sogar um 3,9 Prozent im Jahresvergleich auf 476.700 Autos, wie das Unternehmen mitteilte. Für die Kernmarke ist es der dritte Monat in Folge mit sinkenden Verkaufszahlen. In den ersten vier Monaten des Jahres lag das Verkaufsminus insgesamt bei 2 Prozent - obwohl VW nach Ausbruch des Abgas-Skandals viel Geld in Werbe- und Rabattaktionen gesteckt hat.

Die Ratingagentur Moody's hatte die Entwicklung bei den Verkäufen des Gesamtkonzerns Mitte der Woche aber als ermutigendes Zeichen gewertet. Zwar habe die VW-Kernmarke Marktanteile abgeben müssen, die für den Gewinn weitaus bedeutenderen Konzerntöchter Porsche und Audi profitierten aber noch immer von einem starken Verkaufswachstum, schrieben Moody's-Analysten in einer Studie. Das Wachstum werde auch von der kräftigen Nachfrage in Europa angeschoben.

Auch Peter Fuß von der Beratungsgesellschaft EY rechnet weiterhin mit einem Wachstum des europäischen Gesamtmarktes um sechs Prozent, "auch wenn die Dynamik spürbar nachlässt". In Spanien (+21,2%) und Italien (+11,5%) legten die Neuzulassungen im April zweistellig zu. Deutschland (+8,4%), Frankreich (+7,1%) und Großbritannien (+2,0%) entwickelten sich unterdurchschnittlich.

Nur leicht bergauf ging es auch für BMW: Die Münchner verkauften weltweit im April 1,1 Prozent mehr Autos der Marke mit dem weiß-blauen Logo als ein Jahr zuvor. Das Wachstum reicht bei weitem nicht, um Boden auf den Konkurrenten Mercedes gut zu machen. Mercedes-Benz legte mit einem Verkaufsplus von 10,8 Prozent deutlich stärker zu und baut seinen Vorsprung damit auch auf Jahressicht klar aus: BMW hat in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres nun 629.325 Autos seiner Kernmarke verkauft - Mercedes-Benz wurde 647.550 Wagen los.

BMW-Chef Harald Krüger hat das Ziel, beim Absatz am Jahresende vorn zu liegen, aber noch nicht aufgegeben. Er setzt seine Hoffnungen vor allem auf die zweite Jahreshälfte, wenn neue BMW-Modelle sich stärker beim Absatz bemerkbar machen sollen. "Abgerechnet wird zum Schluss", hatte er zuletzt Anfang des Monats erneut als Parole ausgegeben.