BMW Lifestyle breit

Deutschlands zweitgrößter Autobauer BMW erzielte im ersten Halbjahr 2011 die höchsten Verkaufszahlen der Unternehmensgeschichte. - Bild: BMW

Nur Ford Europe verzeichnete im ersten Halbjahr 2011 einen leichten Absatzrückgang. Und auch die Wettbewerber aus Frankreich schwächeln.

Premium-Pkw: BMW, Audi, dann erst Mercedes

Zwar ist bei den Kernmarken der Premium-Pkw-Anbieter Audi nach den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011 an Mercedes-Benz vorbeigezogen. Doch rechnet man Smart mit ein, dann bleiben die Stuttgarter im Premiumvergleich weiter hinter BMW und Mini auf dem zweiten Platz.

Europas Nummer eins VW auf Rekordjagd

Natürlich ist Volkswagen Pkw, auch ohne die Pkw-Töchter Audi, Skoda, Seat sowie die noch nicht im Konzern konsolidierte Marke Porsche, weiterhin Spitzenreiter unter den deutschen Autobauern. So wie der Konzern insgesamt bereits im ersten Halbjahr 2011 auf einen neuen Auslieferungsrekord zurückblicken kann, Volkswagen lieferte erstmals weltweit mehr als vier Millionen Fahrzeuge aus, so erzielten auch die Markentöchter der Wolfsburger, etwa VW Pkw mit erstmals über 2,5 Millionen, Audi mit fast 653.000 und Skoda mit rund 455.000 Einheiten neue Absatzrekorde im Halbjahresvergleich.

Ferdinand Piech

VW-Patriarch Ferdinand Piech würde es gerne sehen, wennn Volkswagen bis 2018 an GM und Toyota vorbeizieht. - Bild: dpa

Im Volkswagen-Konzern, der Top Player in Europa ist und bekanntermaßen vorhat, beim Absatz am Spitzenduo GM und Toyota bis spätestens 2018 vorbeizuziehen, geht man fest davon aus, auch im Gesamtjahr 2011 einen neuen Absatzrekord zu schaffen. 2010 erreichte Volkswagen 7,14 Millionen Auslieferungen (ohne Porsche, MAN/Scania).

Im ersten Halbjahr 2011 wuchsen vor allem die Auslieferungen der Wolfsburger in den Regionen Zentral- und Osteuropa um plus 28,9 Prozent, erst dann gefolgt von den prozentualen Zuwächsen in Nordamerika (+21,2%) und in der Region Asien/Pazifik (+19,5%).

Aber auch Deutschlands zweitgrößter Autobauer BMW erzielte im ersten Halbjahr 2011 die höchsten Verkaufszahlen der Unternehmensgeschichte. Der Absatz der Münchener kletterte mit 833.366 Einheiten, darunter beinahe 690.000 mit BMW-Propeller, um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr auf eine neue Bestmarke. Hinzukamen fast 142.000 Einheiten der Marke Mini sowie 1.592 Rolls-Royce. BMW hat aufgrund der weltweit hohen Nachfrage zudem den Absatzausblick für 2011 auf nun über 1,6 Millionen Fahrzeuge angehoben. Das wäre ein Zuwachs um über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Aufgrund von Modellzyklus- und Basiseffekten erwartet BMWs Vertriebs- und Marketingvorstand Ian Robertson „für die zweite Jahreshälfte ein moderateres Wachstum“. Wachstumstreiber sei bislang das Neuwagen-Geschäft in Asien gewesen, wo der Konzern-Absatz in den ersten sechs Monaten um 47,3 Prozent auf 189.254 Fahrzeuge zulegte, teilte BMW mit. In Amerika erreichten die Münchner mit 178.903 Fahrzeugen ein Plus von 18,7 Prozent, in ihrer größten Absatzregion Europa mit 437.373 Einheiten immerhin ein Plus von 12,3 Prozent.

Autoabsatz 1/2011

Absatz deutscher Autobauer im 1. Halbjahr 2011. - Grafik: AUTOMOBIL PRODUKTION
Zum Vergrößern klicken!

Nur Ford Europe im Minus

Ford Europe musste sich als einziger größerer OEM mit Werken in Deutschland im ersten Halbjahr 2011 mit weniger zufrieden geben: Die Europa-Tochter des US-Herstellers setzte in ihren 19 Kernmärkten mit aktuell 689.800 Einheiten rund 3,8 Prozent weniger um als in den ersten sechs Monaten 2010. Besonders gefragt waren die Modelle Fiesta, Transit und Focus. Immerhin: Im Juni 2011 ging es mit 119.400 abgesetzten Autos um 0,1 Prozent nach oben. Bei Ford heißt es, die Verkäufe des ersten Halbjahres hätten sich wieder auf einem normalen Niveau bewegt, nachdem im Vorjahr teils noch zahlreiche Kaufanreize den Absatz beeinflusst hätten.

Dr. Joachim Schmidt

Dr. Joachim Schmidt: Der Kernbereich von Daimler soll auch im zweiten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr weiter wachsen. - Bild: Daimler

Daimler konnte ebenfalls einen neuen Halbjahresrekord beim bisherigen Absatz 2011 verbuchen. Mercedes-Benz Cars, also Mercedes und Smart zusammen, erreichten mit 665.332 abgesetzten Einheiten ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2010. Mercedes-Benz erzielte davon mit 610.531 ein Plus von 9,7 Prozent, die Marke Smart wuchs um acht Prozent auf 54.801 Einheiten.

In Westeuropa konnten die Stuttgarter auf 276.843 Mercedes-Benz-Einheiten oder ein Plus von 0,7 Prozent zurückblicken, in der nun mit 153.573 abgesetzten Einheiten zweitgrößten Region Asien/Pazifik waren es plus 30,5 Prozent, fast zwei Drittel davon in China. In der NAFTA-Region setzte Mercedes zuletzt mit 128.111 Autos und einem Plus von 6,5 Prozent mehr ab als zuhause in Deutschland mit 123.013 Autos oder plus 0,5 Prozent.

Laut Dr. Joachim Schmidt, Marketing- und Vertriebschef von Mercedes-Benz Cars, soll der Kernbereich von Daimler auch im zweiten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr weiter wachsen. Für das Gesamtjahr 2011 rechnen die Stuttgarter mit über 1,3 Millionen abgesetzten Mercedes-Benz- und Smart-Pkw, das wäre der höchste Absatz aller Zeiten.

Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall haben insbesondere aufgrund hoher Nachfrage nach den neuen Modellen Meriva und Astra SportsTourer im abgelaufenen ersten Halbjahr 2011 in Europa mit 659.000 Autos rund 8,2 Prozent mehr verkaufen können als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Davon wurden allein in Deutschland mit plus 17 Prozent rund 138.000 Einheiten abgesetzt.

Matthias Müller

Matthias Müller: Porsche will bis 2018 mindestens 200.000 Autos verkaufen, statt vier künftig sieben Modellreihen bauen und die Beschäftigung um 50 Prozent erhöhen. - Bild: Porsche

Porsche will 2011 erstmals die Marke von 100.000 verkauften Sport- und Geländewagen übertreffen. Die Stuttgarter sind auf einem guten Weg, im ersten Halbjahr 2011 erreichten sie mit 60.650 Einheiten ein Plus von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Vor allem in China sowie in Porsches bisher wichtigstem Markt, den USA, und auch in Russland konnte man zuletzt deutlich zulegen, in Europa hingegen sanken die Verkäufe. In Stuttgart ist man zuversichtlich: Der Auftragseingang der Unternehmens liege mit 65.659 Fahrzeugen 25 Prozent über dem Vorjahr. 2010 hatte Porsche 97.000 Autos verkauft. Mittelfristig wollen die Schwaben auch mit neuen Modellen sogar auf 200.000 abgesetzte Einheiten kommen.

Französische Wettbewerber schwächeln

Die wichtigsten Wettbewerber der deutschen OEMs in Europa, PSA und Renault, erzielten zwar auch jeweils ein Absatzwachstum. Das fiel aber deutlich geringer aus: PSA kam im ersten Halbjahr auf ein Plus von 0,2 Prozent oder 1,86 Millionen Einheiten; Renault verkaufte mit 1,37 Millionen Fahrzeugen immerhin 1,9 Prozent mehr als im Vorjahreshalbjahr. Während zuhause in Frankreich der Absatz um fast zehn Prozent sank, konnte Renault insbesondere in Brasilien und Russland um je 20 Prozent zulegen. Renault hatte in Europa teils mit fehlenden Dieselmotoren zu kämpfen und konnte deshalb viele Kundenaufträge nicht bedienen. Insgesamt hätten fehlende Teile in der Produktion den Verkauf weiterer 50.000 Autos verhindert, heißt es bei dem französischen OEM.

Auch bei PSA gab es im ersten Halbjahr 2011 aufgrund fehlender Elektronikkomponenten aus Japan (Erdbeben/Tsunami und Reaktoren-Katastrophe im März) verzögerte Lieferzeiten bei einigen Modellen. Aber Frankreichs größter OEM macht vor allem die Schwäche einiger wichtiger europäischer Markte wie Spanien und Italien für den Verlust eigener Marktanteile verantwortlich.

Alle Beiträge zu den Stichworten Volkswagen BMW Daimler Porsche Audi Opel Ford Toyota General Motors

gw