USA-Fiat-Handel

Da helfen alle pfiffigen Marketingideen nichts: Der Verkauf von Fiat-Modellen in den USA liegt weit hinter den Erwartungen, die Händler leiden. Bild: Fiat USA

2011 war die italienische Marke mit dem Fiat 500 auf den US-Markt zurück gekehrt. Die Ansprüche damals waren hoch und um diese zu unterstützen, wurde von Konzernseite bestimmt, dass die Fahrzeuge in eigenen Handelsbetrieben verkauft werden müssen. Die Erwartungen wurden seither aber trotz erheblicher Anstrengungen auf der Marketingseite und pfiffiger Kampagnen nie erfüllt. Verkaufte Fiat im Jahr 2012, das erste volle Jahr nach Rückkehr auf den US-Markt,  mit einem Modell 43.775 Fahrzeuge, waren es 2015 laut Zahlen von IHS Automotive 42.412 Einheiten – mit den drei Modellen, Fiat 500, 500L und 500X. Vor allem die von großen Erwartungen begleitete Einführung des 500X verläuft enttäuschend. Laut US-Medienberichten klagten Händler bei einem Treffen jetzt über hohe Kannibalisierungseffekte. So sei zwar das Interesse am Fiat-SUV hoch, das gehe aber zu Lasten des 500L. Neue Kunden kämen kaum in die Showrooms. Ein Großteil der Fiat-Händler schreibe rote Zahlen. Weiteres Problem: von den 206 Fiat-Händlern in den Staaten führen 126 auch die Marke Alfa Romeo im Angebot. Da sich die Modelloffensive der FCA-Premiummarke erheblich verzögert, fällt das geplante Wachstum bei Alfa bislang aus.

Auf Konzernseite hat man offenbar ein Einsehen. So arbeite man an einem umfassenden Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Händler. Unter anderem soll die Zahl der Fahrzeugvarianten erheblich eingeschränkt werden. Wichtigster Punkt: die vom Konzern geforderte Führung eigener Betriebe für die Marke Fiat wird wohl fallen. Künftig dürfen die Autos wieder gemeinsam mit den anderen Konzernmarken Chrysler, Jeep, Dodge und Ram verkauft werden.