Sergio Marchionne, Fiat Chrysler

Fiat-Chrysler-CEO Sergio Marchionne: Der Konzern hatte bereits angekündigt, dass es seinen steuerlichen Sitz in Großbritannien haben werde, aber bislang keinen konkreten Ort genannt. Bild: Chrysler

„Es ist klar, dass die Exekutivfunktionen der Gruppe, der Vorstand, mein Büro und einige weitere Funktionen von London aus agieren müssen“, sagte Marchionne der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge während einer Pressekonferenz für den Landmaschinenhersteller CNH Industrial, dem er ebenfalls vorsteht. “Das bedeutet nicht, dass ich meine operative Verantwortung in den USA aufgebe. Diese werde ich auch weiterhin wahrnehmen”, so Marchionne weiter.

Der Verwaltungssitz des Unternehmens wird den Angaben zufolge vermutlich nur einige Dutzend Angestellte haben. Auf die Beschäftigen in der Chrysler-Zentrale werde der Schritt keine Auswirkungen haben.

Der Autohersteller schwächt mit dem Schritt seine Bindung zum Heimatland Italien, nachdem er im Januar die volle Kontrolle bei Chrysler übernommen hatte. London ist nach Ansicht des unabhängigen Analysten John Wolkonowicz als Hauptsitz für das Unternehmen durchaus sinnvoll. „Wenn Sie Detroit wählen, machen Sie die Fiat-Leute unzufrieden, und wenn es Turin wird, machen Sie die Chrysler-Leute unzufrieden. So ist es neutrales Terrain“, sagte Wolkonowicz in einem Interview.

Auch die italienischen Gewerkschaften haben anscheinend nichts gegen den Plan: “Es spielt keine Rolle, für welchen Sitz und welche Hauptverwaltung Marchionne sich entscheidet, uns interessiert, das Investitionen nach Italien fließen”, sagte Ferdinando Uliano, Leiter der Metallarbeitergewerkschaft Fim Cisl in einem Telefoninterview mit Bloomberg. “Fiats Business-Plan ist gut für Italien und sorgt für volle Beschäftigung. Das ist die Hauptsache”

Marchionne hatte kürzlich ein milliardenschweres Investitionsprogramm für die angeschlagene Konzernmarke Alfa Romeo angekündigt.

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Andreas Karius