Sergio Marchionne

Sergio Marchionne: Wir haben der kanadischen Regierung 125 Millionen US-Dollar für ihren 1,7-prozentigen Anteil an Chrysler geboten. - Bild: Chrysler

Nach Angaben von Doppelchef Sergio Marchionne hat Fiat der kanadischen Regierung 125 Millionen US-Dollar für ihren 1,7-prozentigen Anteil an Chrysler geboten. “Wir haben das Angebot am vergangenen Donnerstag eingereicht”, sagte der Manager am Samstag am Rande einer Konferenz in Venedig. Marchionne fügte hinzu, dass ein Börsengang nicht mehr notwendig sei, sollte sich Fiat mit dem Gesundheitsfonds VEBA der Gewerkschaft UAW über deren 45,7-Prozent-Anteil verständigen können.

Fiat wolle sich die Vorkaufsrechte für die VEBA-Anteile sichern, “damit niemand anders mit am Tisch sitzen kann”, sagte der Manager. Sollte es doch zu einem Börsengang kommen, sei er eher 2012 wahrscheinlich als noch in diesem Jahr.

Fiat hat sich erst gerade mit der US-Regierung darüber geeinigt, ihre verbleibende 6-Prozent-Beteiligung für eine halbe Milliarde Dollar zu übernehmen. Damit kommt Fiat auf 52 Prozent bei Chrysler. Die Staatsbeteiligungen resultieren aus dem Insolvenzverfahren des US-Herstellers, der 2009 nur mithilfe von Staatskrediten überleben konnte.

Damals übernahm der als Sanierer bekannte Marchionne das Ruder bei den US-Amerikanern. Fiat hat seither die Beteiligung an Chrysler nach und nach erhöht. Zunächst bekamen die Italiener Anteile für den Know-how-Transfer zugesprochen. Die mittlerweile wieder angezogene Autokonjunktur erlaubt dem Turiner Konzern nun aber auch direkte Investitionen in den Partner.

dpa-AFX/Guido Kruschke