Mary Barra breit

Mary Barra, Vorgänger Akerson: Harte Fragen zur Rückruf-Affäre. Bild: GM

“Ich bin zutiefst betrübt», heißt es in einer vorab verbreiteten Rede. Die Managerin muss heute (Dienstag) vor einem US-Kongressausschuss auftreten. Es wird damit gerechnet, dass sie dort mit harten Fragen konfrontiert wird.

Die Härte der bevorstehenden Konfrontation machte der amtierende Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde, David Friedman, ebenfalls im Vorfeld der Anhörung deutlich. “GM besaß kritische Informationen, die geholfen hätten, den Defekt zu identifizieren.”Die Anhörung beginnt Dienstag um 20.00 Uhr MESZ.

Am Montagabend traf sich Barra laut US-Medienberichten mit Angehörigen der Opfer. Wegen der Zündschloss-Pannen gab es in den USA mindestens 13 Tote. US-Medien berichten inzwischen fast täglich über Opfer-Schicksale. Ursache der schweren Unfälle waren nach bisherigen Erkenntnissen zu schwach ausgelegte Zündschlösser, so dass diese während der Fahrt auf die «Aus»-Position zurücksprangen und als Folge Servolenkung, Bremskraftverstärker sowie Airbag nicht funktionierten. Bei der Anhörung in Washington geht es vor allem um die Frage, ob das Problem und die Rückrufaktion über Jahre verschleppt wurden. Eine weitere Anhörung vor einem Senatsausschuss steht am Mittwoch bevor.

Mary Barra hat die Affäre kalt erwischt. Nur wenige Tage nach ihrem Amtsantritt war die Bombe geplatzt. Seither bemüht sich die Chefin intensiv um Aufklärung: “Sobald ich von dem Problem erfahren habe, haben wir ohne Zögern gehandelt”, heißt es in Barras Erklärung weiter. GM werde sich vor der Verantwortung nicht davonstehlen.

Die Vorwürfe an die Adresse der Opel-Mutter sind massiv. Dem Kongress liegen insgesamt 235.000 Seiten Ermittlungen zu dem Fall vor. Eine erste Einschätzung fällt düster aus: “Obwohl wir die Dokumente erst seit weniger als einer Woche haben, zeichnen sie ein beunruhigendes Bild”, heißt es in einer Stellungnahme des Ausschuss-Vorsitzenden Fred Upton und des Vorsitzenden des Ermittlungsausschusses, Tim Murphy.

Erst kurz vor der Anhörung rief GM weitere 1,5 Millionen Wagen weltweit zurück, die Gesamtzahl liegt jetzt bei 2,6 Millionen. Bei den betroffenen Modellen der amerikanischen Marken Chevrolet, Pontiac und Saturn aus den Jahren 2004 bis 2010. Ebenfalls zurückgerufen wurden die Opel GT-Modelle.

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dpa/Detroit News/Frank Volk