GM-Chefin Mary Barra stellte den Abschlussbericht der internen Untersuchung vor. Bild: GM

GM-Chefin Mary Barra stellte den Abschlussbericht der internen Untersuchung vor. Bild: GM

Der Großteil der Entlassenen war Teil der Führungsebene. Fünf weitere GM-Angestellte müssen mit einem Disziplinarverfahren rechnen. Ihnen wird vorgeworfen, gegen das Problem der fehlerhaften Zündschlosser nicht genug unternommen zu haben. Dem Untersuchungsbericht zufolge ist allerdings niemand aus dem GM-Topmanagement für das Zündschlossproblem verantwortlich. Das bestätigt die früheren Behauptungen Barras, dass sie von dem fehlerhaften Zündschloss nichts wusste.

Es habe eine Serie von Fehlern gegeben, erklärte Barra vor rund 1200 Mitarbeitern im Entwicklungszentrum in Warren nahe Detroit. “Das Lesen des Berichts hat mich tief traurig gemacht und verstört”, sagte Barra und entschuldigte sich abermals bei Hinterbliebenen und Unfallopfern. „Die Vorkommnisse sind vollkommen inakzeptabel. Das alles hätte nie passieren dürfen“, zeigte sich die GM-Chefin bestürzt. Barra versprach, dass General Motors alles tun werde, damit ein solches Rückrufproblem nie wieder passiert. Änderungen in der Unternehmenskultur und im Management sollen demnächst beschlossen werden. Der Bericht habe jedoch festgesellt, dass die technischen Probleme nicht bewusst vertuscht worden seien. Dadurch wurde auch Barra entlastet.

Bereits Anfang April hatte GM zwei Ingenieure freigestellt. Weitere Mitarbeiter sind schon in diesem Zusammenhang zurückgetreten oder wurden auf andere Posten im Unternehmen versetzt.

General Motors hatte im Februar rund 2,6 Millionen Autos wegen der fehlerhaften Zündschlösser in die Werkstätten zurückgerufen. Nach Angaben des Autobauers soll der Defekt zu 13 Todesfällen geführt haben. Die US-Verkehrsaufsicht geht jedoch von einer höheren Zahl aus. Verbraucherschützer sprechen seit Monaten von bis zu 300 Todesopfern in Folge des Zündschloss-Defekts, bei dem sich Motor und elektrische Systeme wie Airbags auch bei hohem Tempo unvermittelt abschalteten.

Mehrere US-Behörden ermitteln gegen GM. Für sorgt vor allem die Frage, warum der Autobauer mit dem Rückruf bis Anfang 2014 wartete, obwohl die Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt waren und mit geringen Zusatzkosten hätten beseitigt werden können. GM-Chefin Barra ist seit ihrem Amtsantritt im Januar vor allem damit beschäftigt, die Pannenserie aufzuklären, sich für Fehler zu entschuldigen und GM zur Bewältigung der Krise neu aufzustellen.

Die US-Autokäufer scheinen jedoch GM die hohe Zahl an Rückrufen in den vergangenen Monaten zu verzeihen. Im Mai konnte der größte US-Autobauer im Heimatland seinen Absatz um knapp 13 Prozent auf 284.700 Wagen steigern. Es waren die besten Verkäufe seit dem Hochkochen der Finanzkrise Mitte 2008.

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dpa / Gabriel Pankow