GM_stoppt_Investitionen_Indien

Immer weniger zu tun: auch 2016 rutschte der GM-Absatz in Indien weiter ab. Eine geplante Milliardeninvestition wurde gestoppt, im Werk Halol (Bild) droht Streik. Bild: GM Indien

Eine Gesamtinvestition in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar, 10 neue Modelle innerhalb der nächsten fünf Jahre und eine baldige Rückkehr in die schwarzen Zahlen: so hatte GM-Chefin Mary Barra vor etwa eineinhalb Jahren goldene Zeiten für GM in Indien beschworen. Daraus wird erst einmal nichts. Ein Sprecher des US-Autobauers bestätigte nun erstmals offiziell, was AUTOMOBIL PRODUKTION vor einigen Wochen berichtet hatte: GM hat den milliardenschweren Investitionsplan komplett gestoppt. Als Hauptgrund führt der OEM die deutliche Verschiebung in den Kundenpräferenzen beim Autokauf an. Wie in anderen Märkten erleben kompakte SUV einen starken Aufschwung, das lange Zeit dominierende MPV-Segment verliert dagegen deutlich. Hinzu kommen wirtschaftspolitische Unsicherheiten. Unklar ist, wie restriktiv seitens der Politik und einzelner Regionen gegen den Diesel vorgegangen wird. Zudem sorgt ein Vorhaben für Unruhe, die Förderung von Kleinwagen nicht nur von der Motorgröße, sondern auch von der Fahrzeuglänge abhängig zu machen.

Wie der GM-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur PTI sagte, werde GM erst dann wieder signifikant in Indien investieren, wenn sichergestellt sei, dass man dadurch einen Mehrwert für das Unternehmen erzielen könne. Daran scheint man mit dem für den ursprünglichen Investitionsplan entwickelten Produktportfolio nicht zu glauben. Vorgesehen waren 10 neue Modelle innerhalb von fünf Jahren, darunter eine Reihe MPV. Von den angekündigten Fahrzeugen hat es lediglich der Chevrolet Trailblazer an den Verkaufsstart geschafft.

Die Bestätigung des Investitionsstopps kommt just zu einem Zeitpunkt, da im Werk Halol / Gujarat die Zeichen auf Streik stehen.

Die GM-Absatzzahlen befinden sich in Indien seit Jahren auf Talfahrt, 2016 setzte es ein Minus von 20,7 Prozent auf nur noch 28.950 Einheiten – es war das sechste Jahr in Folge mit sinkenden Verkaufszahlen.