Dan Akerson

GM-Chef Dan Akerson will unprofitabele Geschäfte außerhalb des US-Heimatmarktes, die am stärksten auf die Gewinne gedrückt haben, auf den Prüfstand stellen. - Bild: GM

In Südkorea soll die Produktion deutlich zurückgefahren und in Australien voraussichtlich komplett eingestellt werden, sagten informierte Personen.

In Down under sollen die beiden Werke der Opel-Mutter geschlossen werden. In Südkorea will GM in den kommenden drei Jahren die Produktion um etwa ein Fünftel kappen, sagten die Eingeweihten. Den australischen Markt wolle GM künftig auch mit Fahrzeugen bedienen, die in Südkorea gebaut werden.

Damit setzt das US-Unternehmen seine Umstrukturierung im Ausland fort. In Deutschland wird ebenfalls ein Werk geschlossen und vergangene Woche hatte GM angekündigt, die Marke Chevrolet aus Europa zurückzuziehen und Opel das Feld allein zu überlassen.

Das Umfeld habe sich in den betroffenen Märkten verändert, so die Einschätzung von GM laut den Informanten. In Südkorea seien die Löhne hoch und es gebe immer wieder Arbeitskämpfe. In Australien sorge unter anderem die starke Währung für Schwierigkeiten, worunter die Wettbewerbsfähigkeit gelitten habe.

Unprofitable Geschäfte müssen auf den Prüfstand

GM-Manager haben sich auf die Fahne geschrieben, unprofitabele Geschäfte außerhalb des US-Heimatmarktes, die am stärksten auf die Gewinne gedrückt haben, auf den Prüfstand zu stellen. Im dritten Quartal brach der Gewinn des Auslandsgeschäfts vor Steuern um 61 Prozent auf 299 Millionen US-Dollar ein, was teilweise auch auf die Probleme in Australien zurückzuführen war.

GM-Chef Dan Akerson hatte schon vor einigen Monaten angekündigt, einen Teil der Produktion aus Südkorea zu verlagern. Als Grund nannte der US-Autobauer auch die gestiegenen Produktionskosten und die Spannungen mit Nordkorea. In Südkorea rollt ein Großteil die Chevrolets vom Band, die derzeit in Europa verkauft werden.

“Sie (GM) beginnen nun wie eine weltweite Organisation zu arbeiten”, sagte Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas. Neue Manager seien in Schlüsselpositionen gekommen, die Kontrolle über die Finanzen habe sich verändert, und es gebe eine stärkere Verantwortung in Detroit, beschreibt er die Änderungen.

In Australien würde GM damit den Rivalen Ford und Mitsubishi folgen, die beide bereits ihre lokale Produktion beendet haben oder beenden werden. Die Japaner hatten dem Land 2008 den Rücken gekehrt, Ford will voraussichtlich im Oktober 2016 seine beiden Werke dicht machen.

Überraschende Kehrtwende in Europa

Für den europäischen Markt hatte der Konzern aus Detroit vergangene Woche mit einer Kehrtwende überrascht. Von 2016 an werden sich die Amerikaner im Massensegment auf Opel und deren britische Schwester Vauxhall konzentrieren. Die Marke Chevrolet soll weitgehend verschwinden. Der hausinterne Konkurrenzkampf wird damit ein Ende haben.

Als Ursache für den Rückzug von Chevy nannte GM das herausfordende Geschäftsmodell und das widrige Wirtschaftsumfeld in Europa. Der weitgehend gesättigte hiesige Automobilmarkt ist auf dem Weg, auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er zurückzufallen. Chevrolet ist zwar die größte Marke von GM und insgesamt gesehen die weltweit viertgrößte überhaupt. In Europa kam Chevy allerdings nie so recht ins Rollen.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke